Süntel Trail… zum 2ten

Im Grunde passt irgendwie alles zusammen. Der Süntel Trail 2013 in Bad Münder war mein erster Traillauf, erster Ultra und zweiter Marathon/Ultra. Es war letztes Jahr zwar sehr anstrengend, aber die Strecke und Landschaft ist traumhaft schön, somit stand fest wir, dass sind „die Bremer“ Danny und ich (von den Süntelgeistern so getauft worden), kommen wieder und ich lief somit dieses Wochenende meinen 10ten Marathon/Ultra, wieder über Deister und Süntel.

Die Anreise war etwas holprig, da ich eigentlich am Donnerstag in Hannover zu einer Schulung sein sollte und mir überlegt hatte von dort nach Bad Münder zu fahren, organisierte ich keine Anreise mit Danny zusammen. Die Schulung wurde mangels Teilnehmer mit einer anderen Schulung an einem anderen Datum zusammen gefasst und ich reiste am Freitag von Bremen mit dem Zug an.  Was eine Fahrt, die Fahrt dauerte länger als mit Auto.
Am Bahnhof in Bad Münder angekommen begrüßte mich ein Platzregen. Stand da nicht Anfang der Woche was von 32° und Sonnenschein? Zum Glück stand Helmut, der Häuptling der Veranstaltung mit dem Auto schon vorm Bahnhof und lud mich ein.
Am Abend trudelten einige der anderen Läufer ein und es gab Pizza, diesmal von den Köchen des Hauses, so mussten wir nicht so lange warten wie das Jahr zu vor. Eingeschlafen bin ich recht schlecht, das Zimmer war sehr warm und um 04:30Uhr war die Nacht auch schon vorbei.

Am Morgen dann um 05:00Uhr  gefrühstückt (4halbe Nutellabrötchen) und gegen 05:30Uhr die Einweisung vom Häuptling genossen. „Ab der Südwehe lauft ihr nicht mehr nach unten!“… Wer macht denn so was?
Fototermin unterm Banner und mit dem Startschuss ging es los. Letztes Jahr war ich noch über den ruhigen Start überrascht, dieses Jahr reihte ich mich mit Danny einfach ein.
Nach 200m ging es dann auch schon den Berg hoch, Richtung Deister. Wir liefen ziemlich weit hinten und sind von Anfang an die Anstiege gegangen. Den Plan hatten wir auch schon letztes Jahr, nur da hat uns das Läuferfeld zu sehr verleitet und wir sind viel gelaufen.
Als wir dann an die Stelle unseres ersten Verläufers vom letzten Jahr kamen, wurden wir zurück gerufen auf die Strecke die wir letztes Jahr auch gelaufen sind… „GPS sagt hier ist es noch ein Stück!“ „Ich komm von hier und kenne die Strecke.“ Ich wollte diesmal nur dem GPS trauen und nicht auf andere hören, so haben wir uns letztes Jahr zum Fehler an der Südwehe verleiten lassen. Er hatte aber recht, wir sind einen kleinen Bogen gelaufen und waren wieder auf der Strecke, nur um diese gleich wieder nach links zu Verlassen (unser damaliger Fehler, wir sind gerade aus weiter). Hier waren wir das erste Mal tief in der Natur und bewegten uns Richtung Springer Steinbruch. Es ging ziemlich steil eine Waschrinne runter, an laufen war hier nicht zu denken, der Abstieg war so schon schwer. Jetzt kam ein breiter fester Weg bergab, Danny lief wie immer vor. Ja, er ist besser   … `(Hangabtriebskraft) Ich hinter her und wir waren laut meiner Uhr bei einer Pace von unter <4:00. Die anderen Läufer holten dann bergauf  wieder auf, aber beim verlassen des Deisters haben wir sie dann hinter uns verloren. Ja die Bremer können Berge… Zumindest Berg runter.

Hinterm Deister erwartet uns Martina mit der ersten Versorgung. Alles was das Herz begehrt. Ich nahm, wie fast den ganzen Lauf, Cola, Cabanossi und Käsestangen. Ich mache mir über Esse keine Gedanken. Bis jetzt passte alles was ich beim Laufen nahm. Hauptsache lecker. Es ging weiter am Golfplatz vorbei und durch Bad Münder zum Süntel. Hier überholte uns noch ein Läufer, den wir auch erst im Ziel wiedersahen. Noch war es der ruhige Teil des Laufs, obwohl wir langsam machten, holten wir immer noch Zeit auf die Cutoffzeit raus. (10:30 Pace). Wir wurden über Forstarbeiten informiert und leider war ein schönes Stück vom letzten Jahr nicht so schön zu laufen. Es geht auf weichem Boden bergab, diesmal lag noch viel Geäst usw. rum, Danny blieb quasi an jedem Ast hängen, ich dahinter hatte meinen Spaß.
Am Zeiten Versorgungsposten angekommen wieder versorgt und immer fleißig die Trinkflaschen aufgefüllt. Ab jetzt wird’s anstrengend. Letztes Jahr waren wir wegen dieser Aussage etwas schockiert, den bis hierhin ist der Weg auch nicht einfach. Es wurde aber wirklich härter. Steil bergauf und viel Trampelpfade erwarteten uns. Wir kamen an einen Weg, der keiner ist und gefühlt nur von uns gelaufen wird. Wo sollten wir lang, da sind Fußspuren, also da lang.
Plötzlich kamen uns 3 Läufer (Ingmar, Dennis und Begleiter) entgegen. Ok es war der falsche Weg der andere war etwas weiter links. Mit Ingmar hatten wir schon im letzten Jahr unser privates Duell. Dies Jahr gab’s auch ein paar Spitzen. Ich freue mich sehr, das er nächstes Jahr wieder starten will. aus 1:20 Rückstand, sind dies Jahr 20min geworden. und nächstes Jahr laufen wir vor ihm ins Ziel ein.
Die drei liefen uns wieder davon, oben am Süntel-Turm waren sie sich des Weges unsicher und wir holten sie wieder auf. ich wollte den einen Weg auch nicht nehmen, aber Danny überzeugte uns und es war der Richtige.
Dennis lief mit ihnen, da er den Track nur auf der Uhr hatte und das ist für den Süntel zu wenig, man braucht richtige GPS-Geräte sonst kommt man nicht weit. Seine Aussage: „Die haben alle GPS, dass wird klappen.“ Das wäre Verläufer Nummer 2 gewesen, von dem ich weiß…
Jetzt ging es steil Berg runter mit ein paar kleineren Anstiegen zur Pappmühle. Leider musste der Steinbruch (mein Blogbanner) wegen Abbruchgefahr aus der Strecke genommen werden und so liefen wir breite Wege. Kurz vor der Pappmühle kamen wir auf ein freies Feld. Hier stand die Luft und es war ein richtiger Hammer. Vor sind wir bei sehr feuchter, kühler Luft gelaufen, was recht angenehm war. Das erwartet uns also die nächsten Stunden.
An der Pappmühle angekommen machte sich die 3er Gruppe gerade auf den Weg, wir versorgten uns und wechselten die Kleidung. gestartet in PUM-pink, wechselten wir auf Racebookershirts. Nicht die beste Wahl in schwarz zu laufen bei den Temperaturen. letztes Jahr wechselten wir hier zufällig aufs gleich Shirt, dies Jahr war die Kleidung abgesprochen. Immerhin sind „die Bremer“ unterwegs.

Jetzt kommen die letzten 3 Berge. Der Weg zum Hohenstein geht quasi an der Pappmühle hoch und wir gehen das Stück. Es kommen Treppen die keinen Rhythmus zu lassen, und entweder nach vorne oder hinten kippen. Es ist ziemlich anstrengend. Auf dem Weg gekommen, gehts einmal um den Berg rum, am Klippenweg entlang. tolles Stück der Strecke, aber auch sehr steil. leider spinnten die GPS-Geräte etwas, so dass wir früher die Spitzkehre einleiteten und ein richtig steiles Stück den Berg hoch mussten. Dort stellten wir fest, wir sind falsch. Zurücklaufen wäre doof, also auf dem Pfad am Stein lang und zwischen den Aussichtsplattformen zurück auf die Strecke. Die Wolken haben sich etwas verzogen und wir genossen kurz den Ausblick.
Jetzt ging es wieder bergab, wieder über Treppen, wieder schlecht zu laufen, also gingen wir. Auf den letzten 5 Metern gab es sogar ein Geländer, bestimmt hatten die Handwerker keine Lust das Zeug den ganzen Berg hochzuschleppen.

Es ging auf Schotter weiter und wir konnten wieder viel laufen. Wir näherten uns der Blutbachquelle und nach dem Regen von gestern, habe ich mit etwas Wasser auf dem Anstieg, im Flußbett gerechnet. Es ging erst parallel hoch und das letzte steile Stück im Bachbett zur Quelle. Es lies sich gut gehen. Oben angekommen, kurz die Mützen getränkt. Es war ja jetzt Mittag und sehr warm. liefen wir oben auf dem Kamm weiter.
Wir kamen zur Südwehe, diesmal kein Verlaufen, aber der Weg, von dem wir wussten wo er sein soll, war trotz der Läufer kaum zu erkennen. Er war um einiges leichter, as das Klettern über Berge, vom letzten Jahr.
Auf breiten Forstwegen ging es zum nächsten VP. Der Weg hatte einige Steigungen, aber wir konnten viel laufen, da es zum Schluß auch lange bergab ging. Nun erreichten wir Winni am Pfad der Sinne, wo es eigentlich viel zu sehen gibt, aber dafür hatten wir ja keine Zeit. Die Strecke wurde auch auf Grund von Forstarbeiten geändert, wir durften durch die Feldmark am Freibad vorbei, zurück auf den Track. Es war unerträglich warm und die Luft stand. Ich beneidete die Leute im Wasser.

Wir befanden uns jetzt irgendwo bei 55km und das Ankommen wurde immer sicherer. Im Grunde haben wir auch kaum einen Leistungseinbruch gehabt und liefen unsere Taktik/Tempo weiter.

Kurz vor der Bergschmiede VP5 und 6 kamen die steinernen Treppen. Für dieses Stück Weg verfluchte ich Helmut jedes Mal. Vor allem war es diesmal auch sehr rutschig. An der Bergschmiede angekommen wurde das Profil gewechselt. Trailschuhe aus, die eine gute Wahl waren, aber langsam zu hart wurden und die Sofaschuhe (langes langsames laufen) an. Wir wussten ja, dass jetzt nicht mehr viel Trail kommt und die Schuhe waren eine Wohltat.
Auf gehts zum zweiten Mal Süntelturm, diesmal von der anderen Seite. Wir konnten anfangs wieder gut laufen, bis der Panzerplattenweg anfing, dort wurde erst zügig und dann normal gegangen. Der Weg wird nach oben hin immer steiler. Kurz vor dem Turm ging es dann wieder auf Patwegen weiter. Nach über 60km ist das echt eine fiese Angelegenheit.
Oben angekommen wässerte Danny nochmal seine Mütze und es ging wieder zurück Richtung Bergschmiede. Erst auf Schotterwegen und irgendwann wieder über steinige Trails. hier rutschten 2 Steine unterm Schuh weg, was nicht schlimm war, aber Danny vor mir kurz zum umschauen zwang.
Auf dem Weg bergab gabs noch eine Gemeinheit, die Eulenflucht. Nochmals ein paar Stufen und steil berghoch, hier schmerzten die Oberschenkel richtig. Ab dann aber wirklich nur auf guten Wegen zurück zur Bergschmiede. Ich lies Danny vorlaufen und bei den Wellen/Anstiegen holte ich ihn wieder ein. Er bleibt einfach der bessere Bergabläufer. Die Bonus Runde ist ca 10km lang und wir waren knapp 1:30Std. unterwegs.

Letztes Mal Bergschmiede, ab jetzt kommt nichts schweres mehr außer Hitze. Nochmal alles aufgefüllt und weiter bergab, zurück zum Start. Im letzten Jahr hatten wir auf dem Weg hoch schon unsere Probleme und haben uns mehr ins Ziel geschleppt als alles andere. Dieses Jahr liefen wir noch ab und zu mal.
Es ging über Felder zurück zum Bahnhof und den Brennnesseln. Danny walkte schnell, so dass ich laufen musste/konnte oder lief zwischen durch. An der Bergschmiede habe ich zu Tanja gesagt, dass wenn es weiter so läuft, wir unter 13:00Std kommen. Würden wir die Pace halten können, evtl sogar 12:30Std. Die Hitze ist aber nicht zu unterschätzen.

Ich schaute immer auf die Uhr, ohne Danny irgendwas zu sagen, er wollte keine Zeitinfos mehr haben. Ich sagte ihm nur Restkilometer oder Restprozente an. Ein bisschen rechnen lenkt ab. Der Rückweg führt ein ganzes Stück auf dem Hinweg entlang und biegt kurz nach dem ersten Verpflegungsposten links ab und läuft neben der Straße her Danny lief noch öfters und ich freute mich, da die Zeit noch klappen könnte. Er wollte aber nicht mehr ins Ziel laufen, da es vorher ja auch steil den Berg hoch ging. Wir kamen um die Kurve und sahen viele Läufer auf dem Rasen sitzen und warten. Er beschloss doch noch zu laufen und wir erreichten das Ziel in 12:30Std. Neuer Bremer Landesrekord.

Danke an Helmut und seine Süntelgeister. Im Vergleich zu meinem letzten Bericht sage ich diesmal: „Ich komme wieder“

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Ein Kommentar

  1. Toller Bericht! Viele Details, die ich in meinem Bericht vergessen habe, finde ich nun in Deinem wieder – z.B. dieses tolle Geländer, das nach ca. hundert Metern steilem Abstieg plötzlich bei den letzten 15 Stufen auftauchte… 😀

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