Süntel-Trail 2015 oder Rotkäppchens ohne Wolf

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Das Highlight der Frühjahressaison stand an, der Süntel-Trail, zum 3. Mal ging es nach Bad Münder zu Helmut und den Süntelgeistern. Je dichter der Tag kommt um so größer ist die Vorfreude, vor allem da fast alle Teilnehmer Wiederholungstäter sind.

Da „die Bremer“ im letzten Jahr durch die pinken PUM-Shirts für aufsehen gesorgt haben, überlegte Helmut was wohl dies Jahr kommen wird? Rosa Tutu?
Wenn der Häuptling sich was wünscht, ist das quasi Befehl… Ein paar Wochen vor dem Lauf kam dann aber noch eine Wolfsgebietwarnung für den Deister (der erste Berg, der 50Meilen-Strecke raus), somit ergab sich das Laufoutfit von allein.
Wir laufen als Rotkäppchen!
Simone besorgte Kappen und für jeden einen roten Rock, wenn wir schon nicht gewinnen können, dann fallen wir wenigstens auf 😉
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Wir reisten wie immer freitags an. gemütliches sitzen und schnacken mit vielen Läufern die auch schon da waren. Gegen 22:00Uhr ging es dann ins Bett, diesmal in den anderen Trakt des Gebäudes und gefühlt war es da kühler. Eingeschlafen bin ich trotzdem erst kurz vor 00:00Uhr.
Um 4:45Uhr war die Nacht zu Ende, ich holte Danny ab und wir gingen im Rockyoutfit zum Frühstück 😉
Kurz danach gab es schon das Briefing und wir konnten uns nochmal umziehen.

Die meisten Läufer waren schon draußen und wir wurden freudig begrüßt. Die Stimmung vor dem Start und besonders beim Süntel ist mit „normalen“ Läufen nicht zu vergleichen. Man schnackt noch, macht Fotos und richtet seine Klamotten.
Plötzlich knallt es und Helmut schickt uns auf die Strecke. Hatten alle überhaupt schon den Rucksack auf? Es ist ja kein Sprint und wir werden Stunden unterwegs sein, da kommt es auf die Sekunden nicht an.

Wir liefen also einigermaßen geschlossen los und gleich den Deister hoch. Dieser Anstieg wird von den meisten zügig gegangen und so zieht sich das Feld gleich auseinander, wenn man so was bei 23 Startern behaupten kann.
Ich lief natürlich mit Danny und hatten auch noch ein paar andere Läufer um uns. von der anderen Seite des Berges kam etwas Regen rüber, nicht viel und nicht störend, aber es war stockduster im Wald. In dem Wald wo auch die Wölfe sein sollten. Gesehen haben wir aber kein. Nach langem Geradeausstück kam eine scharfe Kurve und der erste Trail. Hier schlossen wir zu Maik und Frank (der auf Suche nach GPS-Signal stehen blieb) auf und liefen die Waschrinne und den Steinbruch bei Springe zusammen.IMG_0055

DSC_0089Schnell waren die beide aber wieder weg, da wir schon an vielen Stellen gegangen sind und mit dieser Taktik letztes Jahr gut gefahren sind.
Auf dem Weg zum ersten Verpflegungsposten bei km16, kamen wir an die Straße und wurden von den Autofahrern freudig begrüßt.

Nach dem wir uns versorgt haben ging es am Golfplatz und den Bahnschienen vorbei zum Bahnhof Bad Münder. Von dort übers Feld in den Süntel. Danny meinte es wird schwer heute und er habe jetzt schon zu tun. Wir waren kurz vor km20, also 1/4 der Strecke.IMG_0065

 

Er wünschte sich Anstiege, denn da kann man ja ohne schlechtes Gewissen gehen. Den Wunsch habe ich ihm später oft genug vorgehalten und da wollte er keine mehr haben.
Uns überholte eine große Gruppe von Läufern um Ingmar… In 4Jahren, 4mal verlaufen ist eine enorme Leistung.
Zitat des Tages: „Helmut kann man so schön bescheißen! Man kann einfach mehr Kilometer laufen für sein Geld und er merkt das gar nicht!“
Wir ließen die Gruppe schnell ziehen, immerhin wissen wir aus dem ersten Jahr was passieren kann, wenn man ihnen folgt.

Es gab jetzt einige steile Anstiege und schöne Trails. Wir erreichten den 2Verpflegungspunkt und wussten ab jetzt erst wird es schwer.
Viele Trails, steile Anstiege und es geht zum ersten Mal zum Süntelturm hoch. Also weiter ging’s und alles recht ruhig. Den einen Pfad kurz vorm Turm fanden wir diesmal leicht und ich holte mir wie immer mein Ausschlag an der Ferse von irgendwelchen Klettpflanzen. Ich muss die mal fotografieren.
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DSC_0098Nach dem Turm geht’s schön bergab und wir konnten gut Laufen. Danny vorne weg und ich holte ihn auf Geraden und bergauf wieder ein. Leider fehlt der eine Steinbruch(Banner dieses Blogs) wegen Abbruchgefahr auf der Strecke. Als wir dann auf einem Waldweg unterwegs waren musst ich mal kurz rechts ausscheren. In einem gut sortierten Laufrucksack sollte alles vorhanden sein.
Ich lief Danny nach und am nächsten schlecht zuerkennenden Trail wartet er aber. Dieser war sehr rutschig und ging steil runter.
Unten angekommen ging es dann wieder auf normalen Wegen mit einigen Asphaltstücken weiter. So konnten wir wieder rollen lassen.
Man kommt kurz aus dem Wald raus und läuft zwischen Felder und Wiese wieder rein. Hier mussten wir kurz stoppen, da Danny zum 2. mal kein GPS-Signal hatte. Und ohne GPS-Gerät ist der lauf nahezu unmöglich.
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Wir kamen an die Pappmühle der erste VP mit der Möglichkeit Kleidung usw. zu wechseln. Hier trafen wir auf Kay, der gerade los lief und Maik saß noch. Er hatte Probleme mit dem Kreislauf, aber nach dieser Pause hat er sich wieder gefangen. Ich hätte hier gerne meine Schuhe gewechselt, da ich ein starkes Druckgefühl unter der Sohle spürte… Evtl. sind meine Trailschuhe jetzt durch… Leider habe ich alles für den nächsten VP abgegeben, also musste ich weiter in diesen Schuhen, von der Beschaffenheit der Strecke waren sie auch die bessere Wahl.
Maik begleitete uns und wir holten Kay auch wieder ein. Am Hohenstein war einiges los und wir sahen viele freudige Blicke aufgrund unserer Aufmachung.

DSC_0104Jetzt kommt das wahrscheinlich schönste Stück der Strecke, bis auf die Treppenstufen, die kein Rhythmus usw. haben. Es ging zum Hohenstein rauf, aber nicht direkt, sondern einmal rum, auf dem Klippenpfad.

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Oben angekommen die obligatorischen Fotos und wieder die Treppen runter. Hier gibt’s auf der ganzen Strecke 1Geländer, man muss ja mit Sicherheit nicht übertreiben.

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Es ging über Schotter weiter zu Blutbachquelle und dem dazugehörigen Tal. Kay und Maik waren am Hohenstein vorne weg gelaufen, oben an der Quelle holten wir sie wieder ein. Unten plätscherte etwas Wasser, gefühlt zum ersten Mal in den 3 Jahren. Der Aufstieg ist schön, wird aber nach oben hin immer steiler und anstrengender.

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Jetzt ging es auf dem Kamm weiter und wir liefen zu viert. Immerhin kam jetzt die Südwehe und wenn man den Weg nicht kennt, verläuft man sich schnell.

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Die beiden sind die 50Meilen zuletzt vor 2Jahren gelaufen und haben da den Weg auch nicht gefunden, also zeigten wir ihn ihnen.
Durch hohes Gras ging es weiter bis wir auf breite Forstwege kamen.
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Diesen Weg verließen wir nach rechts auf einen Naturlehrpfad, eigentlich war hier immer der nächste VP, dies Jahr leider nicht und wir mussten noch ein ganzes Stück weiter. Was sehr anstrengend wurde. Der Abstand der beiden Versorgungspunkte beträgt 17,5km und durch die ganzen Anstiege war man sehr lange unterwegs.
Vor allem musste man fast ausgebrannt die steinerne Treppe hoch. Dies Jahr war sie wie viele andere Stellen der Strecke sehr matschig und rutschig.
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Ab jetzt war es aber nicht mehr so anspruchsvoll bis nach Hamelspringe. Nochmal an einem Steinbruch vorbei und dann zu Helmut auf den Hof.

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Endlich raus aus den Schuhen! Neue Socken und ein anderes Shirt gab es auch noch. Viel gegessen und alle Vorräte wieder aufgefüllt. Danny war noch mal kurz im Haus verschwunden und dann machten wir uns kurz hinter Maik und Kay auf den Weg.
Jetzt ging es über die Bergschmiede wieder zum Süntelturm hoch. Die Panzerplatten, die sich ewig ziehen und immer steiler werden.
Es kamen uns viele Läufer entgegen, die die Runde falsch rum gelaufen sind.

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Am Süntelturm teilte sich unsere Gruppe auf und Danny und ich liefen vorne weg. Jetzt kommt nicht mehr viel, ein steiniger Trail und der kurze Anstieg zur Eulenflucht. Ab dann wellig bergab und wir konnten viel laufen.
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Am letzten Verpflegungspunkt nochmal gestärkt und zurück auf die Felder nach Bad Münder. Es war jetzt schön heiß.

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In der Sonnen sind wir gegangen. Als wir wieder in dem Wäldchen an der Bahnschiene waren sind wir die bergab Stücke auch noch gelaufen. Ab dem Golfplatz konnte Danny nicht mehr laufen, aber noch sehr zügig gehen. Für mich war es zu schnell zum gehen, aber zu langsam zum laufen. So machte er mich auch ziemlich kaputt. Danny hat nur realisiert, das wir tatsächlich schneller sein konnten als letztes Jahr. Ich lies mich jetzt immer ein paar Meter zurückfallen und lief die Lücke zu. Das war angenehmer als das schnelle Gehen.
Wir kamen nach 12:25Std ins Ziel und waren somit tatsächlich 5min schneller als im Vorjahr!

Wie immer eine tolle Veranstaltung und das gemeinsame Abendessen nachher war sehr lecker.

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