1. Hochbunker Marathon in Hamburg

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Wenn man viele Marathons läuft und dann auch noch versucht alle Bundesländer zu sammeln, lassen sich 2 Fliegen mit einer Klappe schlagen. Man sollte einmal bei Christian Hottas gelaufen sein und Hamburg fehlte in meiner Sammlung auch noch.

Ich brauche die großen City-Marathons nicht, lieber die kleinen Veranstaltungen, die gerne auch was besonderes sind. So kam es das ich mich zum 1. Hochbunker Marathon in Hamburg anmeldete, immerhin waren einige bekannte Läufer dabei, Streaker, Süntel-Trail Runner usw.
Zu diesem Zeitpunkt gab es folgende Ansage. Laufen in einem Hochbunker und wahrscheinlich einmaliger Lauf, da der Bunker dem Wohnungsbau in Hamburg weichen muss.
Also angemeldet und bezahlt. Irgendwann hat Christian dann den Lauf vermessen. Streckenlänge ist ja vorgegeben… 42,195km, der Rest war dann der Hammer, 1200 Höhenmeter oder so (ist machbar), 98 Runden (geht auch, gibt’s oft nen Verpflegungsposten), aber über 7500 Treppenstufen ist mal eine Hausnummer! Aufgrund der vielen Runden wird das so eine riesige Zahl.
Ok angemeldet bist du, bezahlt hast auch und die Verrückten die mitlaufen magst du auch. Vorbereitung? Ich trainiere für den Berlin Marathon (jaja City-Marathon weiter oben, aber der muss einmal sein und dann nie wieder. das reicht), Ambitionen hast du keine.
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Wenige Tage vor dem Lauf gibt es die Bekanntmachung von Pokalen für die ersten 3 Männer und Frauen… Hätte ich mal bisschen Treppen geübt.

Ich bin dann am Sonntag ganz entspannt angereist und an den Start gegangen. Die örtliche Presse war auch vertreten. Als Täglichläufer brauche ich ja immer eine Meile am Stück, also versuchte ich die erst 5 Runden (sind über 2km) durch zu laufen, was gut ging und ich fühlte mich auch gut dabei. Zu diesem Zeitpunkt lag ich auf Platz 2 hinter Horst, der ein Wahnsinnstempo an den Tag legte, aber er ist dieses Jahr schon über 2Mio Stufen gelaufen.11947637_1683527565209688_5919659680070627672_n

Nach diesen Runden habe ich auf den Treppen etwas langsamer gemacht, ich bin hochgegangen, hab aber immer 2 Stufen auf einmal genommen. Es wurde dann eine Runde auf der Etage gelaufen und die nächste Treppe hoch. Im obersten Stock, dann nur eine halbe Runde und auf der anderen Seite des Bunkers die Treppe runter, wieder eine halbe Runde auf der Etage und runter. Wenn man oben zu weit laufen wollte stand man vor einer Mauer. Mir ist das 2-3mal passiert.

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Es gab somit in der Mitte der Etage ein Begegnungsstück und an den Treppe öfter mal fast Kollisionen, da man dort um eine nicht einsehbare Kurve den anderen Läufern entgegen musste.

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Das regelte sich aber recht schnell, man konnte kurz vor der Kurve noch durch die Türöffnungen in die Mitte oder nach Außen schauen und so versuchte ich zu sehen ob da gleich jemand um die Ecke kommt. Der Weg in der Mitte war interessant. Jede Etage war irgendwie anders, es gab enge Durchgänge, breite und das Mauseloch. Dieser Durchgang war besonders eng. Ich legte immer die Arme an, evtl. hätte ich das aber nicht gemusst, große Läufer hatten da eher Probleme, schmal machen, seitlich durch und Kopf einziehen, das kann bei so vielen Runde anstrengend werden und mit zunehmender Dauer des Laufs auch mal vergessen werden. ich habe aber von keinen schlimmen Zusammenstößen gehört.

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Es waren 12° im Bunker angekündigt, je höher man kam umso wärmer wurde es, als ich nach dem Lauf in kurzen Klamotten unten Stand habe ich es geglaubt, während des Laufs nicht. Die Luft wurde oben auch immer stickiger und die letzten beiden Etage abwärts waren immer sehr erfrischend. Es war sehr staubig und dieser war dann natürlich auch in der Luft, am Anfang hab ich ihn geschmeckt und man sieht es auch an den Schuhen, bzw. bei den Läufern in weißen Socken.

Wir liefen jetzt schon eine Weile und das Mitzählen klappte nicht wirklich, irgendwann überrundete mich Horst, es muss zwischen Runde 10-15 gewesen sein. Chris ist auch nach vorne weggezogen, aber der andere Läufer der an uns dran war fiel zurück, so das ich auf Platz 3 lag. Klingt doch gut. Ich überrundete den vermeintlich 4 einmal und sagte mir, dass könnte klappen mit nem Pokal, einfach weiter machen und verwalten.
Nur wo blieb Horst für die zweite Überrundung, er bekam Probleme, meinte auch vor dem Lauf nicht wirklich Fit zu sein. Da man sich begegnete, konnte man die Abstände ungefähr beobachten und ich kam langsam dichter. Chris überrundete mich und Horst war nur noch ein Stockwerk voraus, dass dürfte bei km 17-21 gewesen sein. Ich versuchte auf den Laufstücken schneller zu werden und konnte auf beide Auflaufen, als sie am Verpflegungsposten Getränke nahmen, hab ich mich zurück gerundet und hab versucht gleich Abstand aufzubauen. Also weiter schnell laufen. Es gelang mir.
Da ich ja die Treppen hochging, habe ich mir fast jede Runde was vom VP genommen und das immer Treppe aufwärts zu mir genommen, den Becher dann bis zum Rundenende mitgenommen und entsorgt.
Ich schloss irgendwann zu Horst auf und er meinte, er muss kämpfen. Ich konnte ihn überholen und war somit zweiter, also jetzt diesen Platz verwalten. Chris lief vorne weg und überrundete mich insgesamt 7mal. Ich konnte mich aner auch absetzen.
Ich lies beim runterlaufen immer die letzte Stufe aus. Das merkte ich nach 20 Runden im linken Sprunggelenk, also achtete ich drauf immer mit rechts zu landen.

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Man kreiselt da so vor sich hin und der Kopf ist eigentlich leer. Musik auf den Ohren und laufen.
Mir wurde immer wärmer, ich kippte mir dann Wasser über den Kopf oder in den Nacken. Wir waren über 3:20Std unterwegs und gerade mal in den hohen 20igern was Kilometer angeht, in der Zeit bin ich mitunter schon fertig mit einem Marathon.
Beim Hochlaufen griff ich nicht oben aufs Geländern sondern, drunter nach den Querstreben und zog mich hoch. Beim runterlaufen legte ich die Hand aufs Geländer, es war durch den Schweiß der Läufer richtig glatt und man konnte die Hand gut runter gleiten lassen.

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Irgendwann fing das zählen an, Chris hat jede Runde gestoppt und ich fragte ihn wo er ist, anhand der Überrundungen konnte ich dann meine Restrunden errechnen. 15 Runden klingt doch echt nicht viel, dass sind ca. 7km, dass kann ich allein gesehen in 28min laufen. Klingt gut… Heute bedeutet das noch fast eine Stunde. Es klingt halt wenig und hilft dem Kopf.
Als ich dann nach 5:41:15 endlich im Ziel war ich erschöpft und sehr zufrieden mit der Leistung und dem Willen.

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Nach dem ich das Shirt gewechselt hab und mir noch was zu trinken und zu essen gegönnt hab, habe ich mich draußen vor den Bunker gesetzt und die Luft genossen.

Da ich den PUM und den Süntel-Trail entspannt mit Freunden laufe und diese Läufe ja auch an frischer Luft stattfinden behaupte ich: Das war das Härteste, was ich je gelaufen bin!

Danke für die tolle Veranstaltung und den verrückten Lauf.

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Fotos: C. Hottas, C. Marti

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