S-Bahn Hamburg 2024 Marathon

Da Hamburg sich gerne für die olympischen Spiele (Olympiade ist die Zeit zwischen den Spielen) 2024 bewerben will, wird ordentlich die Werbetrommel für den Volksentscheid gerührt, unter anderem hat die S-Bahn Hamburg die Treppe im Bahnhof Jungfernstieg in Tartanbahnoptik gehüllt.

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Da ja Christian Hottas in Hamburg lebt und immer auf der Suche nach ausgefallenen Marathonläufen ist, wie z.B. der Hochbunker Marathon, bietet sich hier ein Lauf an, Immerhin war ja schon ein Stück der Strecke markiert.
Also hat er angefragt und die Rahmenbedingungen ausgehandelt. Ein Lauf konnte nur in der Woche, in der Nacht, stattfinden damit man so wenig Fahrgäste wie möglich stört und vor dem 29.11., denn dann wird die Deko abgebaut.
Somit stand der Termin fest. Donnerstag am 26.11. Ich musste Donnerstag arbeiten, aber hatte Freitag Urlaub da ich am Samstag zum Twistesee Adventsmarathon wollte, ich hatte im Vorjahr einen Freistart gewonnen und konnte so Antje und Heiko mal wieder treffen.

Somit war ich sehr gespaltet, immerhin gibt’s diesen Lauf nur einmal und ohne die Olympiabewerbung hätte die S-Bahn uns da bestimmt nie rein gelassen, nach Arolsen will ich aber auch. Sollte ich ja noch Flyer für den Lahntallauf mitnehmen. Ich mach beides. In Arolsen schauen wir einfach was geht. Immerhin will ich nächstes Jahr ambitionierter in der Ultraszene unterwegs sein und da muss sowas funktionieren.

Mit Cris hatte ich noch einen Läufer aus Bremen überzeugt mitzukommen und so machten wir uns gegen 20:00 auf den Weg nach Hamburg. Nachdem wir kurz im falschen Bahnsteig Jungfernstieg gesucht haben, wurden wir zum Richtigen gebracht.
Einige Läufer kannte ich aus dem Bunker, aber viele neue Gesichter waren dabei. Horst und Chris (der dritte und der erste aus dem Bunker) fehlten, somit wurde ich als Favorit gehandelt.
Ich zog mich um, diesmal etwas bunter als gewohnt. Grün, rot, blau, gelb, schwarz waren in der Kleidung vertreten (Farben den Ringe). Den Start pfiff, wie es sich für die Bahn gehört, der Chef der S-Bahn Hamburg an. Ich hab mir vorgenommen die ersten 15 Runden der 140m Strecke zu laufen, damit ich meinen Streak absolviert habe und danach die Treppen gehen und auf den 100 flachen Metern zu laufen. Unten war es eine schöne Kurve, am anderen Ende der Runde ein Wendepunkt. Ich lief meist eine große Kurve einige dreht sich rückwärts um die eigene Achse, da hat wohl jeder seine eigene Taktik. Nach dem Bunker konnte ich erahnen wie lange der Lauf dauert und wie anstrengend er werden wird. Es mussten insgesamt 302 Runden gelaufen und knapp 21000 Stufen überwunden werden

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Ich lief recht weit vorne, aber einige Läufer, 4-5, waren noch viel schneller unterwegs. Ich wollte ja nicht übertreiben, mit dem Marathon am Samstag im Hinterkopf, aber das Tempo hätte ich eh nicht halten können.
Ich habe gelernt damit umzugehen. Halten sie das Tempo, kann ich eh nicht mithalten, ansonsten hole ich sie später wieder ein.

Ich unterhielt mich mit Kay und anderen Läufern. Tammo fragte warum ich diesmal nicht so zügig unterwegs bin. Ich meinte: „Es gibt keine Pokale, also ist das Ergebnis doch egal. ;)“
Kurz danach wurden welche am VP aufgebaut…

Um Mitternacht hatte einer der Läufer Geburtstag, da für ihn gesungen wurde, wusste ich dass ein neuer tag begonnen hat, also wieder 15 Runden laufen für den Streak. Ich rundete mich bei einigen Läufern zurück und wurde nicht mehr überholt. Viele der schnellen gingen jetzt. Der Führende, der mir bestimmt schon 20 Runden mitgegeben hatte, kämpfte mit Krämpfen. Es waren 14-16km gelaufen.
Ich witterte meine Chance, in Arolsen werde ich nichts gewinnen können, hier vielleicht…
Also ging ich die Treppen hoch und lief die Gerade zügig. Die anderen machten es andersrum.
Am Computer verglich ich die Rundenzahlen, aufgrund des ganzen Metalls gab es öfters Probleme und Peter musste es manuell korrigieren. Ich hatte meine 3 potenziellen Gegner ausgemacht. Bei dem einen lag ich bei 170 Runde eine Runde in Führung, der andere war 5 vor mir und der erste hatte immer noch 10 Vorsprung, aber weiterhin Probleme mit Krämpfen. Als es dann endlich in Runde 203 ging, waren es ja nur noch 99Runden. Ich hatte meine Uhr mal wieder am Ladegerät vergessen und die Musik in der Tasche.(Für befreundete Läufer von mir undenkbar: Ich ohne Musik) Ich lief somit ohne irgendwelche Orientierung, nur für mich, im Tunnel.

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Plötzlich hatte Kay neue Luft und rundete sich 2 mal zurück, schnell am PC geschaut in welcher Runde er ist. OK, 7 hinter mir, also darf er das noch 6mal machen und dann muss ich kontern, bzw mithalten. Er ging jetzt aber wieder mit Verpflegung und ich überrundete ihn 2mal. Also 9

Nach 265 Runden kontrollierte ich nochmal die Abstände und obwohl ich den Führenden noch öfters überholt habe, war er anscheinend immer noch 2 Runden vor mir… Ich bat Peter das nochmal zu kontrollieren und war etwas sauer, also die nächsten 10-12 Runden nochmal Gas geben, denn jetzt will ich gewinnen. In diesen Runden hab ich ihn 3mal überholt. Das sollte reichen. Blick auf den Monitor, nach fast 24Stunden wach sehe ich ihn immer noch auf 1.! Kurz genörgelt und Peter meinte, ich bin doch 4 Runden vor ihm. Schlafmangel! Also wird jetzt verwaltet.
Meinulf, der die ganze Nacht den VP betreut hat (danke dafür) kündigte mein Laufende an: „Noch 15 Runden bis zum ersten Finisher!“ (das sind ca 2km)
Er zählte jetzt runter. Als er bei 10 Runden (1,4km) sagte: „Toni ist in ca 10min im Ziel!“ war ich erschrocken. „Was solange dauert eine Runde?“
Leider kündigte er die Zeit jetzt jede Runde an und somit dauerte das alles noch viel länger.
Der zweite rundete sich noch einmal zurück, aber es sind ja noch 3 und zur Not zieh ich nochmal an.

Ich überlegt die letzte Runde zu gehen. Aber nein, ich will endlich ins Ziel. Ich ließ zu den Vorläufern etwas Abstand, damit das Foto im Ziel gut wird.
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Ich beendete den Lauf nach 5:28Std!

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Der Bunker hat zwar weniger Stufen, dafür sind sie steiler und höher und mit über 5000 links Kurven ist er noch ein kleines bisschen härter. Beide Läufe fordern einen schon sehr.

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Heimwärts ging’s dann mit der Rolltreppe

Fotos: Christian Hottas, Christine Schröder und Carmen Gottlob

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6 Kommentare

  1. Nochmal herzlichen Glückwunsch zu deinem Triumph! Der Bericht liest sich sehr gut, als ob man selber mitläuft. Was war denn anstrengender? Der hier oder der Atomschutzbunker?

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