HAJ Hannover Marathon… Ich bin so eine Flasche oder doch nicht?

Heute ging es, wie im letzten Jahr schon, ein Tag nach dem PUM zum Hannover Marathon. Letztes Jahr war ich ja noch Skater, dieses Jahr wollte ich den ganzen Marathon zu Fuß bewältigen. Die Idee hatten einige PUMmeln! So traf ich vorm Start gleich wieder die auffälligen Shirts.  In Vorbereitung auf die 24h von Basel wäre ich gerne einen 100km-Wettkampf gelaufen, aber Kienbaum passte nicht und Serengo wie es Antje Krause gemacht hat, war logistisch schwierig, also mache ich an diesem Wochenende ein Doppeldecker!

Als Mitglied von Team Erdinger Alkoholfrei genießt man bei großen Veranstaltung den Luxus eines abgesperrten Bereichs mit Kleideraufbewahrung und Verpflegung, fast direkt an der Startlinie. Hier trift man dann auch die üblichen Verdächtigen, Ultrafriesen oder auch die Leute vom Lauftreff Ganderkesee. So fühlt man sich auswärts zuhause!

Da ich ja gerne mal was Verrücktes mache habe ich mich bei Erdinger als Werbefigur beworben und auch die Zusage erhalten. Somit musste/durfte ich die 42,195km als Flasche oder Glas laufen.
Flasche finde ich cooler als Glas. Am Erdinger Mobil hieß es, ich soll mich mit dem anderen Läufer einigen. Zufällig kenne ich ihn… Jürgen von den Ultrafriesen. Da er seine Familie dabei hatte und angekündigt hat, er kommt als Flasche, nahm ich das Glaskostüm.13001185_1057893177614401_2224227343126892983_n

Also wurde es mal angelegt. Geschätzt hat das Kostüm 6-7kg. Ich bin etwas zu zierlich für das Kostüm. Die Polster für die Schultern lagen nicht direkt auf und mit den Armen kam ich außen rum nicht an den Mund.
In dem Kostüm sind Gurte zum feststellen. Im stehen fand ich, dass das Kostüm gut sitzt. Die Sicht ist sehr eingeschränkt. Nur nach vorne!

Ich kannte viele der Pacer vom Marathon und hatte über Facebook schon vorher angekündigt, dass ich mit Marc bei 4:00Std starten wolle. Mit ihm und den anderen Pacern bin ich kurz vor Start ins Feld gegangen und habe versucht niemanden anzurämpeln

Als der Startschuss fiel und wir los liefen, zeigte sich das größte Problem des Kostüms… Es hüpft sehr und so konnte ich nicht wirklich gut laufen. Also nochmal bisschen an den Gurten gezogen, aber das brachte auch nicht viel. Ich hielt das Kostüm an den Öffnungen für die Hände fest.12998698_966126300103776_3431989680575594905_n

Das ging, aber Laufen ohne Armschwung kann ich nicht wirklich, also kam die Bewegung jetzt mehr aus Schulter und Hüfte. Dafür bedankten sich Schultern und Nacken mit einer ordentlichen Verspannung.
Die Pacer waren ein Stück weiter vorne, aber gerade in dem engen Feld konnte ich erstmal nicht aufschließen, immerhin musste ich ja etwas Rücksicht wegen der Größe des Kostüms nehmen.
Nach ca. 2km hatte ich sie eingeholt und gesellte mich dazu. Es war jetzt schon sehr warm in dem Ding. Auf meine Uhr konnte ich aufgrund der kurzen Arme auch nicht richtig gucken. Aber fürs Tempo sind ja die 4 zuständig.
Die Marathonstrecke läuft viel mit den Halbmarathonis zusammen und macht dann immer ein paar Schleifen. Der Weg am Maschsee zum ersten VP, den ich ja vom Skaten kenne zieht sich ewig. 5:40 als Pace ist halt doch ein Unterschied zu 2:50!IMG_6717
Es waren schon ein paar Leute unterwegs und jubelten uns zu.
Bei 5km kommt der erste VP und das nächste Problem in dem Kostüm… Wie trinkt man, wenn man die Arme nicht zum Mund bekommt? ich scherte zwischen den Tischen ein, nahm ein Becher, zog den ganzen Arm ins Kostüm und trank dann. Trinken war wichtig, weil es warm wurde und es in dem Kostüm ja eh warm war.
Jetzt musste/wollte ich die Lücke zu den Pacern schließen, also etwas zügiger hinter her. Das dauerte später immer länger.
Es ging jetzt weg von der Halbmarathonstrecke, raus aus Hannover.IMG_6724

Hier war natürlich etwas weniger los. Die Zeit verging aber recht gut, dank der Mitläufer. Ich wurde oft gefragt, warum man das macht… Das ich verrückt bin wollte ich nicht so direkt sagen, also war meine Antwort: „Ich bin geizig! Erdinger zahlt den Startplatz!“

Ab Kilometer 10 geht es ewig gerade aus, über die Hildesheimer Straße. Hier wurde es langsam voller was Zuschauer angeht. Etwas enttäuscht war ich von den Staffelläufern in den Wechselzonen, da kam echt wenig an Stimmung rüber, dass kenne ich von anderen Läufen besser.
Bei Kilometer 15 kamen wir in die Innenstadt, gute Stimmung. Bei Erdinger Powerzone, bin ich nach vorne aus der Gruppe gelaufen und habe mit den Leuten abgeklatscht.
Der Erdingerkommentator begrüßte mich als Bierflasche…. Eigentlich bin ich doch ein Glas, aber das sahen die wenigsten. Meistens war ich Flasche, ab und zu auch mal Dose. Die Leute waren aber viel am Lachen, als ich vorbei kam. Kinder freuten sich und wollten abklatschen. Die Kleineren waren eher erschrocken und schauten mich mit großen Augen an. Weihnachtsmannsyndrom!
Es ging am Bahnhof vorbei und jetzt kam auch mal etwas Wind auf. Was zur Kühlung gut tat, merkte ich aber am Kostüm, endlich konnte auch ich mal Windschatten geben!
Es ging am Zoo vorbei in einen schönen großen Park. Kurz vorher stürmte noch eine große Gruppe Kinder (10-12) auf mich zu. Ich war erstmal erschrocken, aber sie wollten nur abklatschen, was ich natürlich tat. Ich versuchte mich jetzt immer außen zu halten um möglichst viele Hände zu erwischen.

In der Oststadt begegneten wir jetzt auch den Halbmarathonis. Sie liefen durch Absperrungen getrennt neben uns und bogen irgendwann wieder mal in andere Richtung ab. Die Trennung und Wegweisung war recht gut geregelt.
Irgendwann überholten uns 2 Läufer des Lüneburger SVs. Einer dreht sich zur Gruppe und meinte es ungefähr so: „Ihr 4:00Std Marathonläufer. Ihr leistet hier ganzen großen Sport!“
Wir waren ca 25km unterwegs und für die Marathonläufer hinter uns war das eine super Motivation. Großen Respekt!

Die Pacer wechselten alle 5km, dass Startnummernband, an dem der Luftballon befestigt war. Ich bin ja quasi der 5te Pacer gewesen, aber mit mir wollte keiner wechseln….
Ich merkte jetzt schon sehr die Schultern und die Lust wich auch etwas. Ich lies aber nicht abreißen und war dankbar die Pacer zu haben. Jetzt war ich auch nicht mehr so gesprächig… Haben wir doch die ersten Kilometer viel geschnackt!
Jetzt wurde das Laufen schwieriger, nicht nur wegen der zurückgelegten Strecke, sonder auch weil ich aufpassen musste. Einige Läufer gingen, auch Staffelläufer, die Halbmarathonläufer waren mit einer langsameren Pace zwischen uns, so dass öfters vor mir schnell ein langsamer Läufer auftauchte, dem ich ausweichen musste. Was ich vom Skaten kenne… Ich blinkte. Ich hielt also immer den Arm raus, wenn ich ausweichen wollte! Zur Seite, geschweige nach hinten war keine Sicht!
Die Nienburger Straße mochte ich schon vom Skaten nicht. Fast am Ende des Laufs, leicht bergauf und wenig Publikum, nur eine Straßenbahn neben sich. Jetzt war die Strecke auch noch voll. Es gab eine Wechselzone und Verpflegungspunkt. Ich versuchte ohne die anderen Läufer zu stören an meinen Pacern dran zu bleiben, was gar nicht einfach war.
Die harte und enge rechts Kurve machte es nicht leichter. Jetzt ging es leicht bergab und die beiden Läufe trennten sich ein letztes mal. Marathon rechts in die Herrenhäuser Gärten und Halbmarathon nach links Richtung Ziel. Ich sah ein Kilometerschild vom HM… 18km! Fast im Ziel! Wir hatten noch ca 8-9km. Man lief jetzt geradeaus im Park, die Nienburger Straße zurück. Schwierig für den Kopf, aber ich konnte wieder viel Rechnen und mich motivieren, dass ich ja in 40min fertig bin…
Am Schloss wurde dann gewendet und man lief auf einem anderen Weg wieder zurück zu dem Punkt wo sich vorhin Marathon und Halbmarathon getrennt haben.12998656_1057893944280991_4465957071494571914_n
Seit einiger Zeit gab es Cola zur Verpflegung, die ich gerne zu mir nahm! Schön dass es das jetzt öfters gibt. Ich mag Cola beim Laufen!
Jetzt ging es wieder mit den Halbmarathonis Richtung Ziel. Ich wusste, dass noch ein VP kommt also war ich ein Stück vor den Pacern, damit danach die Lücke nicht zu groß ist. Ich trank Cola und auf der anderen Seite hatte eine Burschenschaft einen wilden VP! Von dem habe ich schon mal gehört. Sie schenken Alkohol aus. Ich wurde als Glas natürlich rüber gerufen und sollte doch mal was „richtiges“ trinken… Ich trank also ein Becher Bier, nur den Maßkrug lehnte ich ab, den hätte ich nicht unters Kostüm bekommen.IMG_6728

Jetzt wollte ich auch endlich ins Ziel kommen, die Beine spielten noch mit und so lief ich den Pacern davon, durch den Staffelsammelpunkt und überholte auch noch einige Staffeln. Einige Läufer feuerten ihre Mitläufer an…. Lasst euch doch nicht von nem Bierglas überholen!
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Ich beendete diesen Marathon dann in 3:56:28 Std.
Als sich neben mir eine Staffelläuferin über die Wärme heute beschwerte, fragte ich nochmals nach und sie wollte dann nichts gesagt haben 😉13006458_1043086322404482_7505721145313784781_n

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