Münster Marathon… in den Schuhen eines anderen!

 

Viele schwärmen vom Münster Marathon. Er ist der beliebteste Lauf in NRW und die Zeiten sind auch recht fix. Münster selbst wirbt sogar mit einem 2:30 Pacer, also setzte ich mir dies Jahr Münster als Lauf mit dem Ziel einer neuen Bestzeit.
Die Cabanauten wollten die größte Gruppe an Läufern stellen, die einen Marathon an einer Kette beenden. Gerne wäre ich da mitgelaufen, aber ich hatte ja ein Ziel!

Die Vorbereitung war von anderen Wettkämpfen und viel Hitze gezeichnet, aber ich habe es trotzdem bestmöglich umgesetzt.

Angereist bin ich am Samstag und habe bei Elke in Recke, in der Nähe von Münster übernachtet. Abends waren wir noch mit Frank essen und dann ging auch rechtzeitig ins Bett. Am nächsten Morgen als wir Frank abholten, fiel mein Rucksack vom Beifahrersitz nach vorne und ich merkte, dass das Schuhfach auf ist….
F…K! Ich hab meine Laufschuhe in Bremen vergessen.
Ein paar Wochen vor dem Marathon hatte ich mich auf ein anderes Paar festgelegt. Meine Aero 13 von mizuno. Mit den Vorgängern bin ich immer gut gelaufen. Am Freitag, also ein Tag vor der Abfahrt überlegte ich mir, dass ich die Schnürsenkel durch ein Schnürsystem, was ich immer bei meinen Wettkampfschuhen benutze ersetze (somit gehen keine Schleifen auf), also das noch gekauft und Samstag angebaut. Somit die Schuhe aus der bereits gepackten Tasche herausgeholt und nicht direkt wieder eingepackt….
Was nun? Frank ist ungefähr so groß wie ich. Vielleicht hat er ja noch ein Paar, sonst muss ich in Sandalen oder gar nicht laufen. Frank hatte aber nur noch ein durchgelaufenes, aber konnte einen Kumpel erreichen, der ein zweites Paar mit hatte und ich bekam es dann in Münster. Danke nochmal dafür. War vom Kopf schon an der Kette 😉
Dann mit Marcell und Michael noch getroffen.
14324217_1169462813091885_5274717267381967887_oIch sortierte mich aber beim 3:00 Pacer ein und wollte solange wie möglich dran bleiben, am liebsten bis ins Ziel, aber 32km sollten es werden…
Als der Start erfolgte beeindruckten mich erstmal die Mädels mit den Schildern der Pacerzeiten, sie liefen mit uns mit und gerade vor uns das Mädel mit dem 2:30iger Schild musste nicht nur 3:33 als Pace laufen, sondern dass auch noch mit nem Schild in der Hand und 300-400m waren es bestimmt.
Die beiden Pacer machten ihren Job recht gut. Waren wir am Anfang 2-3sek zu schnell, waren wir bei den nächsten Kilometern 2sek langsamer und gleichen es so wieder aus.

Ich lief direkt hinter den Beiden und ab und zu prallte der Luftballon gegen den Schirm des Caps, was aber nicht störend war. Wir schlängelten uns die ersten Kilometer durch die Innenstadt. Mit wechselnden Untergrund von Asphalt und Kopfsteinpflaster war alles dabei. Es gab auf den ersten 10km 4 VPs und bei den bis zu 24 Grad war das für mich ein super Zeichen, wenn das so weiter geht.
Plötzlich verhedderten sich die Ballons. Die Pacer entknoteten sie, dafür nahmen sie Tempo raus. Ich lief mit den anderen Läufern weiter und wurde gleich zu schnell, ließ mich zurückfallen und hängte mich wieder hinter die Beiden. Wir liefen jetzt ein paar Sekunden zu schnell um zu der vermeintlichen 3:00-Gruppe aufzuschließen.
Langsam verließen wir Münster am Aasee vorbei und durch den Klinikkomplex. nach 10km waren wir ca 20sek zu schnell.

Bei allen großen Laufveranstaltungen steht in der Ausschreibung, dass Kopfhörer/Musik untersagt ist. Niemand kontrolliert das. Münster schon!
Bei Kilometer 15 wurde ich von einem Schiedsrichter drauf aufmerksam gemacht und ich nahm die Kopfhörer raus. Die Musik lenkt mich ab und ich höre mein Geschnaufe nicht, aber bevor ich aus dem Rennen genommen werde laufe ich lieber ohne.
Die Schiedsrichter waren auch immer präsent und fuhren zwischen den Gruppen auf und ab.
Die vielen VPs wurden weniger und es wurde langsam wärmer.

Die Strecke ist recht wellig mit einigen, zwar flachen, aber langen Anstiegen. Kurz vor dem Halbmarathon ging es noch mal steil über die Autobahn. Das mit einer Pace von 4:15 war schon anstrengend und beim Halbmarathon (1:29:40) musste ich langsam abreißen lassen.
Was Münster gut geregelt hat, sind die Wechsel der Staffeln, die werden frühzeitig an den Rand geführt und die Wechselzone ist von den Einzelläufern getrennt.

Jetzt wurde es zu einem Landschaftsmarathon es ging von einem Dorf zum anderen über Landstraßen und Radwege. und weiterhin bergauf und -ab. Ich war jetzt ziemlich allein und sah auch die Ballons vor mir nicht mehr. In Roxel war dann wieder gut Stimmung und ein paar Duschen standen an der Strecke.
Roxel geht gefühlt nur bergauf und man schlängelt sich durch den Ort.
Bei Kilometer 30 war man dann wieder draußen und lief einen langen Anstieg über die Autobahn zurück Richtung Münster. Dieser Anstieg ging ewig berghoch um kurz nach einem bergab Stück wieder anzusteigen. Mein Tempo lag jetzt knapp unter 5:00 und ich rechnete ob meine aktuelle Bestzeit noch möglich wäre, was sie knapp war.
Das Tempo wurde noch etwas langsamer und ich wusste, dass es heute nicht klappt. Aussteigen ist Blödsinn, das Auto steht ja in Münster und Zeit ist noch genug.
Marcell wollte ja heute auch Bestzeit laufen, evtl. helfe ich ihm und lass mich einfach zurück fallen. Ich war bei Kilometer 35… Wenn ich jetzt gehe bin ich wahrscheinlich trotzdem zu weit und kann nicht mehr viel helfen. nach dem VP bei Kilometer 37,5 setzte ich mich einfach in eine Bushaltestelle und wartete. So hat der Lauf wenigstens irgendwas gutes.
Es dauerte eine Weile, aber dann kam er und wir liefen weiter. Er kämpfte aber schon ne ganze Zeit mit Krämpfen und somit war ich mehr Begleiter als Pacer.

Wir liefen jetzt wieder auf einem Stück der Strecke vom Anfang und es waren auch viele Zuschauer da. Etwas leise waren sie aber…

Viele die in Münster gelaufen sind meckern über das letzte Stück. Zieleinlauf auf Kopfsteinpflaster. Ich fand das gar nicht so schlimm, bis wir den roten Teppich betraten, denn jetzt sieht man den Untergrund nicht. Das waren aber nur ein paar Meter…
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Wir überquerten die Linie in 3:45:xx und über die Anzahl der Blasen die sich ab 5-6km abzeichneten Hüllen wir in schweigen.14237629_1169466229758210_8464729217863502647_n

Im Ziel gab es dann die Finishershirts. So wie es sich gehört und nicht wie beim Bremen Marathon angekündigt mit Ausgabe der Startnummern.

Heute gab es viele Faktoren die nicht mitspielten und wahrscheinlich war der Sprung von 3:09 zu 3:00 auch zu groß. Das muss jetzt in Ruhe aufgearbeitet werden und dann mal schauen wie es weiter geht

 

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3 Kommentare

  1. Herzlichen Glückwunsch zum Finish! Über Zeiten braucht man bei dem Wetter und mit fremden Schuhen nicht diskutieren. Mir hat mal jemand gesagt, das der Zieleinlauf in MS super sei, besser noch als Berlin und HH.

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