Bremen Marathon… 3:30? folgt dem Kleinen mit dem großen Ballon

Wie jedes Jahr steht am ersten Oktober Sonntag der Bremen Marathon an, das Heimspiel der Racebooker und auch deren Wurzel. Ich startete dieses Jahr zum 5ten Mal, einmal Halbmarathon und 4 Mal Marathon.
Letztes Jahr habe ich einige Racebooker für 3:30 begleitet, da ich ja kurz vorher in Berlin war. Wie in dem Bericht geschrieben war ich nicht begeistert von dem Pacemaker und wie heißt es so schön: „Dann mach’s doch besser!“
Also habe ich mich informiert wo man sich bewerben musste und wurde auch als Pacemaker genommen.

Somit stand dies Jahr das Ziel fest <3:30 und so konstant wie möglich. Die Woche vor dem Marathon testete ich noch verschiedene Schuhe und das Tempo, mit welchem fällt es am einfachste das Tempo zu treffen. Insgesamt über 33km.
Meine Wettkampfschuhe sind zu schnell. Ich war nach Gefühl immer 6-8 Sekunden vor der Pace, also wurden es die mehr gedämpften für die langen ruhigen Läufe.

Am Sonntag war ich annähernd so unruhig wie in Berlin letztes Jahr. Ich traf viele Racebooker und noch andere bekannte Läufer. Nach dem Foto holte ich den Ballon ab und ließ ihn aufblasen. Erst war zu wenig Gas drin und er flog nicht, also nochmal mit viel Hilfe aufgemacht und nachgefüllt. Endlich flog er und wir mussten uns schon Richtung Start orientieren.
img_20161003_093337Normalerweise richte ich mich nach den Tempomachern und stelle mich dem entsprechend hin. Diesmal sollte ich ja bestimmen. Der zweite 3:30 Läufer stand aber schon im Startblock und stellt mich dazu.
Kurz vorher hab ich ihn schon getroffen und ich fragt ob er es schon mal gemacht hat. „Letztes Jahr war ich schon hier.“ Ahhhh. Du bist also der Grund warum ich das heute mache. 😀
Das habe ich ihm natürlich nicht gesagt.

Es ging los und wir hatten fast alle Probleme mit dem GPS. Das Tempo fühlte sich richtig an. Die Pace war viel zu schnell. Hmmmm mal abwarten ob sich das gleich beruhigt.received_10210865606424466received_10210865606304463
Es dauerte 3km und wir liefen z.B. den Wall in 3:40 hoch.  Die Ballons verknoteten sich gleich, wie bei den Läufern in Münster… also liefen wir mit etwas Abstand zu einander. Zur Kontrolle verglich ich die Zeit mit den Kilometerschildern. Bei 3:30 ist das recht einfach. Man rechnet mit 5min und zieht für jeden Kilometer 2sek ab, d.h. bei 5km sollte man in 24:50 sein.
Wir waren dort 2sek zu spät, aber das ist quasi perfekt.

Vor uns waren wenige Läufer dafür um mich eine große Traube. und ich unterhielte mich mit einige Läufern. Nach dem Bremen Marathon bin ich meistens heißer.
Das Wetter war fast perfekt. Sonne und noch recht kühl.
In Bremen sind die ersten Verpflegungsstellen recht weit auseinander, alle 5km und so nahm ich immer ein Becher Wasser mehr mit, um diesen gegeben falls weiter reichen zu können.
Am Werdersee war es so schön und am Deichschart waren auch einige Zuschauer, wenn mir das Publikum zu leise war, animierte ich sie.
Der Ballon leitete jedes bisschen Wind und Windrichtungswechsel mit einem zupfen am Startnummernband weiter. Genauso durften sich einige Läufer hinter mir im Kopfball üben. Man kann halt nicht alles haben… Vor und neben mir war ja meistens Platz.
Kurz vor Habenhausen wo man die Bäume verlässt und aufs freie Feld kommt, flog der Ballon fast waagerecht neben mir. Später kümmerte sich Dirk um den Ballon, damit er nicht irgendwo hängen blieb, wenn ich vor lief. So habe ich z.B. fast die Kamera beim Halbmarathon runter geholt.
Habenhausen und speziell die Gruppe kurz vorm Deich war wieder super gelaunt und es ging weiter zum Weserwehr. Jörn tauchte plötzlich neben mir auf. „Was willst du denn hier vorne?“ Er war lange verletzt und ich freue mich über sein super Ergebnis. Scheinbar spielt der DJ immer die selbe Playlist, wir haben jetzt 2 Jahre in Folge den gleichen Song gehört. 😉

received_10210865605984455wasserzeichen_swb_4506received_10210865606184460Aufgrund der Baustelle an der Schlachte musste die Strecke etwas geändert werden und laut Karte auf der Marathonmesse, sollte das hier in Hastedt passieren, aber die Läufer vor uns liefen den alten Weg und es gab auch keine Streckenposten. Komisch.
Kurz auf den Osterdeich und weiter durch die Stader Straße zur Schule. beim leichten Bergablaufen musste ich aufs Tempo achten, da meine Begleiter es rollen ließen.
Ich behielt die Uhr permanent im Auge, aber ein Gefühl für das Tempo stellte sich recht genau ein. Der Weg zum Schulhof hat doofes Kopfsteinpflaster, aber dafür ist der Schulhof jetzt fertig und recht schön geworden. Dahinter warteten wieder viele Anwohner und kurz danach der DJ im Tunnel. Dies Jahr gab es MC Hammer.

Auf dem Weg zum Rhodopark wurde der VP und die Integration des Special Olympics Teams von den Läufern gelobt.
Überall waren immer wieder Zuschauer und bei größeren Mengen wurde für Stimmung gesorgt.

Mehrere Läufer bestätigten, dass wir mit den GPS-Uhren ca 300m vorher den Kilometer voll hatten. Die Pace war recht gut 4:56-5:00 und das Gegenrechnen mit den Schildern stimmte auch. Wir waren auf Kurs und das bis auf ein paar Sekunden genau.
Plötzlich änderte sich das. Wir waren jetzt 200m früher am Schild als der Kilometer voll war. und somit hatten wir plötzlich über 1min Vorsprung auf die Zeit. So auch beim Halbmarathon.
Aber die Pace stimmte jetzt ziemlich genau und bei so einem höheren Tempo wäre es den anderen Läufern aufgefallen, also weiter und den Puffer genießen.
nach dem es in Horn lange bergauf ging und wir zur Uni abbiegen kam die Änderung. Wir sind dort eine Schleife beim Berufsbildungswerk gelaufen. Dort gab es auch einen kleinen (nicht offiziellen?) Verpflegungspunkt.
Hier ist es immer recht ruhig und es ging weiter Richtung Universum und Bürgerpark. Der andere Pacemaker wurde etwas schneller und lief langsam aber kontinuierlich nach vorne weg. Ich hielt die Pace. Kurz hinterm Universum war der nächste VP und wir bei Kilometer 25. Jetzt kommt die Zusammenführung mit dem Halbmarathon wo es jedes Jahr sehr voll und eng war. Dies Jahr wurden die Startzeiten geändert und es war noch niemand da. Auf der Parkallee waren am Anfang keine Zuschauer. es war so schön und so ruhig. Außer der Pacemaker hat die ganze Zeit gelabert.

Kurz bevor wir in den Park abbogen sahen wir die ersten beiden Halbmarathonis. Die mussten aber noch die Straße runter zur Wende und uns hinterher.
Eigentlich sollte hier ein Verpflegungspunkt sein. War er aber nicht und einige Läufer (die den Lauf kannten) waren sauer und verwundert, also noch 3km bis zum nächsten.
Für den Halbmarathon hieß das dann scheinbar die ersten 10km ohne Verpflegung laufen.received_10210865606064457
In der Wende am Torfkanal waren wie letztes Jahr wieder viele Zuschauer und auf dem Weg zum Utbremer Ring haben ein paar Anwohner Wasser gereicht.received_10210865606344464received_10210865606544469
Jedes Jahr stehen hier ein paar Omas und singen das gleiche Lied. Die ganze Zeit! „Ihr seid spitze. Ihr seid spitze drauf!“ Markus der 1:20std nach mir ins Ziel kam, bestätigte diesen Text.
Ich musste schon lachen, als ich sie hörte.
Jetzt ging es in die Hemmstraße und endlich zum VP. Ich sah weiter vorne den Ballon des anderen Pacemakers. Es dürfte fast ne Minute Vorsprung sein. Er wurde dann aber langsam kleiner und uns trennten ca 20sek im Ziel. Ich hörte öfters: „Noch ein 3:30 Ballon.“
Die Hemmstraße war wieder gut besucht und man musste aufpassen nicht von der Stimmung mitgerissen zu werden. Wir sind jetzt bei Kilometer 30 und plötzlich waren viele Läufer hinter mir weg.
Unter der Eisenbahnunterführung stand Christian mit nem wilden VP. Es gab Cola und für die Läufer, die wollten Bier. Ich bat um einen Becher Cola.
Vor der nächsten Unterführung überholten uns die beiden ersten vom Halbmarathon. Toller Laufstil und quasi lautlos.
In Walle gab es dann auch schon die nächste Verpflegung und aufgrund der Minuten Vorsprung nahm ich ein bisschen Tempo raus. 5:04! Dirk merkte es, aber ich wollte die anderen Läufer ran kommen lassen und wir hatten ja einen Puffer.
Hier merkte man erstmals den Wind stärker.
In der Überseestadt gab es dies Jahr eine Liveband und DJ, aber sonst recht wenig Leute, also weiter zum Tower.
Hier lief man nicht gleich zum Wasser runter, sondern erst ein Stück die Straße lang, dann zur Stefanibrücke hoch und oben weiter zu Radio Bremen. Mit ner Haarnadelkurve ging es dann auf die Schlachte. An der Baustelle können halt nur 2 Leute nebeneinander laufen und so war es die beste Lösung.
Am VP vom Lauftreff Weyhe gab es endlich Cola und ich nahm jetzt auch Schwämme, bzw. lies mir von Dirk einen geben. Es wurde jetzt doch wärmer.
Die Stimmung an der Schlachte ist super, vor allem wenn man die Leute animiert. Sie stehen unten und oben und beim Martinianleger ist es ein enger Kanal durch die Leute durch.

Jetzt kommt der Teil für den Kopf, der Weg zum Weserstadion, 2,5km an der Weser lang, immer das Stadion im Blick und recht wenige Zuschauer. Ab der Sielwallfähre wird die Luft aufgrund der Pflanzen und des Gestrüpp bei Wärme immer unangenehm. received_1113884092015563

Dafür entschädigt aber das Laufen im Stadion. Da hinter ist der nächste VP. wieder Cola und Wasser. Wir waren noch eine Gruppe aus 4 Läufern. Einige sind auch nach vorne raus gelaufen. Dirk brav neben mir. Die Rampe zum Osterdeich hoch tut nach der Strecke weh. Letztes Jahr haben wir hier noch Tempo raus genommen, dieses Jahr sollte die Pace ja gleich bleiben.
Seit der Schlachte ist die Strecke für alle 3 Distanzen gleich und man kann sich gut an den Schildern der 10km-Läufer orientieren. denn da sind es ja glatte Restkilometer. Plötzlich war aber nix mehr mit Vorsprung von einer Minute und der Kilometer war auch wieder anders zu Ende. Im Gegenrechnen waren wir ziemlich genau auf Kurs. Ich achtete jetzt drauf, dass wir nicht mehr über 4:58 laufen.

Der Läufer im Löningshirt fragte mich auf dem Deich ob wir noch unter 3:30 sind, was ich bejahte. Kurz vor dem letzten Verpflegungsstand holten wir einen Läufer ein, der lange in der Gruppe war und irgendwann nach vorne rausgelaufen ist. Ich sagte ihm, er soll sich hinter uns, also am besten hinter Dirk hängen und er bleibt unter 3:30.  Ich mag zwar ein gutes Tempogefühl haben, aber ich biete verdammt wenig Windschatten. Der Wind kam von vorne. 2mal musste ich den anderen Läufer auch energischer anfeuern, damit er nicht abreißen lässt.
Man konnte seit der Stefanibrücke gut hinter mir laufen, da dort der Ballon an einer Hecke geplatzt ist. leider haben wir normale Shirts bekommen, aber wir waren lange genug unterwegs und die Läufer erkannten mich auch so.
Beim letzten VP gab es noch ne Cola von Katja und es ging auf die letzten 1,5 Kilometer. In der Senke vor der Martinistraße holten wir einen weiteren Läufer ein und ich motivierte ihn bei mir zu bleiben. Die 3:30 packt er. Er war schon sehr am pumpen und klatschnass. Zum Glück kam jetzt wieder Publikum welches ich um Stimmung bat. Einige Läufer liefen nach vorne raus, so auch Dirk und ich blieb bei ihm und achtete aufs Tempo. In der Kurve vom Mexcal der nächste Läufer. „Bleib vor mir und du bleibst unter 3:30!“
Jetzt ging es die Obernstraße ins Ziel und meine beiden Begleiter liefen davon.
Ich überquerte die Linie in 3:29:57, was netto 3:29:46 entspricht…. Punktlandung!

received_10210865606264462Es hat mir viel Spaß gemacht und ich habe gerade die Bestätigung für 2017 bekommen. Wieder 3:30!

received_10210865606584470Bremen ist ein toller Marathon, mit einer tollen Strecke und für die Größe der Stadt mit reichlich Zuschauern.

Dieses Jahr gab es aber einige Mängel:
+das Problem mit den Schildern
-der fehlenden VP
-ein Finishershirt für die Marathonis, welches ich am Freitag schon hatte
und im Startnummernbeutel war auch nur noch Papier, dann lieber blank mit nur Chip und Nummer

Aber damit kann man trotzdem noch gut leben und vor allem laufen. Ich werde weiterhin Bremen laufen und empfehlen.

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4 Kommentare

  1. Ich habe mich für nächstes Jahr bei Schuby angemeldet…
    Dann erwarte ich von Dir wieder ein Zielbier…
    Schöner Bericht, habe reichlich schmunzeln müssen, da man ja die Protagonisten kennt…

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