KiLL 50… 80km durch die Nacht über Stock und Stein

Es ging mal wieder Anfang November zum KiLL (Kein idyllischer Landschaftslauf) in die Nähe von Hildesheim und dies Jahr machte der Lauf nach den Wettervorhersagen seinen Namen alle eher.
Es sollte kalt werden und immer wieder regnen…

Ich erreichte um 15:30 die Herberge wo ab 16:00 das Briefing stattfinden sollte und um 17:00 startet der Lauf. Die ersten 30min kann man noch ohne Licht laufen, ab dann ist es dunkel und die Kopflampe leuchtet dir den Weg.
Es ist meine zweite Teilnahme und bei so kleinen, besonderen Läufen starten immer wieder die gleichen Leute. Somit mit vielen Bekannten geschnackt und noch bisschen Kuchen gegessen.
Michael (der Racedirector) würde uns ja nichts geben, aber Susanne ist ja lieb zu uns.

14939940_1193579517355161_7434279334273635639_o10min vor dem Start fängt es an zu regnen und Michael freut es, zu unserem Glück hört es aber noch vor dem Start auf und wir können im Trocknen laufen. Regnen tut es den Lauf über nicht mehr und es auch nicht so windig wie letztes Jahr, dafür recht kühl und ich laufe, wie viele andere auch, mit Handschuh.

Nach gefühlt 100m schon der erste kleine Fehler und wir laufen neben der Strecke in den ersten Ort. Der Mensch ist halt ein Herdentier. In dem Ort ist Laternenumzug und ich möchte gern wissen was die gedacht haben, als da 40 Läufer mit Kopflampen und Rucksack um die Ecke kamen.

Ich laufe mit Björn und Clarkson (Jack Russell), etwas vor uns ist Tanya mit Nebro und irgendwann schließen wir zu Ingmar auf.
Mit allen ein kurzer Plausch und dann trennt man sich wieder. Björn und Ingmar fallen etwas zurück, Tanya zieht nach vorne weg. Berghoch ist sein einfach besser. Auf den ersten 10 Kilometern sind zwar noch keine richtigen Berge, aber immer wieder Anstiege und die mache ich langsam. Es geht in den nächsten Ort, Petze und hier länger berghoch und ich gehe das erste Mal. Ich gehe fast alle Anstiege hoch.
ab 12km geht’s runter vom Teer auf Forstwege und als ich mich gerade um meine Verpflegung kümmere, verpasse ich einen Abzweig, der Track auf der Uhr springt erst etwas später, aber die anderen Läufer haben auch einen Fehler gemacht und somit erkenne ich meinen und gehe durchs Gehölz zu ihnen und dann wieder auf die Strecke. Hier war ich letzte Woche Freitag schon unterwegs und es war immer noch so matschig, dass man tief mit den Schuhen versinkt.

Der Lauf ist offiziell ein Lauf nach topografischer Karte, aber es gibt einen GPS-Track und überall sind Reflektoren angebracht.
Jetzt schlängelt man sich den Berg rauf und läuft auf dem Kamm entlang, mit tollem Blick auf Hildesheim. Die Wolken/Nebel hängen hier ziemlich tief und durch die Lampe sieht man recht wenig. Man muss aufpassen wo man hin tritt und das man auf der Strecke bleibt.
Irgendwann geht es lange und recht steil den Berg runter und bei 20km spuckt der Wald einen wieder aus und man ist im nächsten Ort.
Genau wie letztes Jahr, denke ich es wäre schon viel später, aber es ist erst kurz nach 19:00Uhr und in den Häusern ist noch Licht und Leben. Jetzt geht’s wieder lange auf Teer bergauf, nur um im nächsten Wald über den Berg zu laufen. Hier überhole ich auch 2 Läufer.
In dem Wald ist es stockdunkel und das Blickfeld beschränkt sich auf den Lichtkegel der Lampe, im Augenwinkel sind schwarze Halbmonde. Ich bin ganz allein, vor mir keine Lampen zu sehen und auch hinter mir ist nichts. Das rufen einer Eule erzeugen eine unheimliche Stimmung. Ich habe die Musik nur auf einem Ohr und höre somit die Geräusche der Natur.
Hier läuft man Kilometer weit geradeaus auf nur einem möglichen Weg, den man aufgrund des Laubs nur erahnen kann. Irgendwann stößt man auf einen Forstweg, am Baum gegenüber ist der nächste und ich wollte die Straße gerade überquer, wo mir auffällt, dass ich ziemlich im Tunnel war und die Strecke seit einigen Kilometern nicht mehr kontrolliert hab, es gibt ja die Reflektoren, aber ich war richtig, nur durfte ich hier jetzt bergab der Straße folgen.
Man läuft jetzt einige Zeit bergab und wenn man den Wald verlässt muss man recht an der Waldkante hoch um ein Stück weiter zwischen Feldern in den nächsten Ort zu laufen… da vorne ist auch wieder eine Kopflampe zu sehen.
Hier war letztes Jahr der VP, dies Jahr wurde er verlegt und ich durchquerte das Dorf, die Lampe die ich gesehen hab, waren 3 Läufer, die im Ort einen Abzweig verpasst haben und seitlich zu mir kamen. Es ging wieder über Felder und hier war ein eisiger Wind. Der VP befand sich bei Kilometer 32 und bis hier bin ich quasi allein gelaufen, darauf hatte ich keine Lust mehr und wartete länger bei der Verpflegung, um mit den anderen 3 zusammen zu laufen. Immerhin ging es jetzt auch gleich sehr lange, sehr weit hoch und wir liefen zu viert. Mario ist leider am Anfang umgeknickt und das stehen am VP machten seinem Knöchel zu schaffen, so dass wir recht langsam liefen. An einer engeren Stelle lief ich vor den anderen dreien und merkte gar nicht wie ich eine Lücke riss. Ich lief aber weiter. Ralf schloss dann auf und wir liefen zusammen. Mit ein bisschen Schnacken macht sich dass doch gleich viel leichter, vor allem da es jetzt öfters lange und steil berghoch ging.
Es gab wieder tolle Ausblicke auf die Orte in der Umgebung und ich bin Samstagabend lieber im Wald unterwegs und genieße solche Momente als das ich vorm TV hänge.
Jetzt kam wieder dieser Hammeranstieg, der gefühlt kein Ende nimmt und man sieht irgendwo oben was glitzern…
Danach noch etwas durch den Wald und die erste Runde, 50km, ist zu Ende, aufgrund des Matsches sind wir auch hier ein paar Stücke gegangen.
Hier wieder die Vorräte aufgefüllt und was gegessen. Es gab auch warmes. Ich entschied mich für Schmalzstulle und pulled pork(sehr lecker) Ralf wollte noch Schuhe wechseln, welche er im Auto hatte und ging schon raus. Beim Ultralaufen bekommt man mitunter Appetit auf die kuriosesten Dinge… Ich hatte Bock auf Lakritze, keine Ahnung wann ich die zum letztem Mal hatte. Also steckte ich noch welche für unterwegs in den Rucksack und verließ die Herberge. 30min früher als letztes Jahr.
runde-1Ich suchte Ralf und fand ihn nicht, weiter vorne war aber eine Lampe. Ich dachte er ist es und ich lief los, als ich nach 6km fast aufgeschlossen habe, bemerkte ich dass er es nicht ist, aber hinter mir war auch noch Licht. Ich ging eine Weile und Ralf schloss wieder auf, er war noch auf Toilette und somit haben wir uns verpasst.
Der Anfang der 2ten Runde ist nicht so wellig und man kommt nach der Pause gut rein und kann laufen. Das ändert sich aber nach 10km und es geht wieder ordentlich hoch und runter. nach einem langen Bergabstück schlossen wir zu den anderen Läufern, die ich verfolgt hatte, an einem unbesetzten VP auf, Es gab Cola und weiter ging’s, steil bergauf. Jetzt kam man an Feldern vorbei und kurz vor Schluss ging es richtig hart den Berg hoch, es waren bestimmt schon 70km gelaufen. Obwohl wir nur hochgegangen sind war der Puls am Limit, leider bin ich ohne Brustgurt gelaufen, der Wert hätte mich interessiert. Jetzt ging es auf Feldern bergab und über eine kleine Landstraße nach Sack!
Das Ziel ist fast geschafft, hier noch über einen Buckel und dann 3Kilometer berghoch. Oben trifft man dann auf den Anfang der Runde und es geht auf diesem Weg zurück in die Unterkunft.
runde-2Wir beendeten den Lauf in 10:41Std. um 3:41Uhr. Jetzt gibt man die Medaille, die man vor dem Start erhalten ab. Die Zeit wird draufgestanzt. Wer den Lauf nicht beendet bekommt nur eine Hälfte wieder und den Rest bekommt das Skelett Kill Bill!

Da die Siegerehrung erst um 10:00 ist ging ich ins Auto und machte es mir im Schlafsack auf der Rücksitzbank bequem (ein Glück bin ich nicht so groß). Man hätte auch in der Herberge schlaffen können, aber im Auto hatte ich Ruhe und Musik übers Handy.
Gegen 8:00Uhr ging es dann zum Frühstück und man unterhielt sich mit den anderen Läufern.
Bei der Siegerehrung bekommt jeder Läufer eine Urkunde und seine Medaille.

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