GM Hütter Nachtnull & Tierrettungslauf

Ich befinde mich gerade im Endspurt für die 24 Stunden von Barcelona. Im Trainingsplan stehen für dieses Wochenende Samstag 30km und Sonntag 50km…

Da kam das Angebot Von Danny und Simone mit dem Tierrettungslauf auf der Finnbahn, als 6 Stundenlauf recht gelegen, ich hätte da die 50 gemacht und dann Sonntag die 30. Immerhin muss man sich nicht um Verpflegung kümmern und man ist nicht allein Unterwegs.
Beim Vortrag von Joey Kelly waren die OberPUMmeln HaWe und Günter auch anwesend und luden mich und Dirk zur GM Hütter Nachtnull ein. Diese fand am Freitagabend statt. Kurz mal den Plan überdacht und dann zugesagt. Somit waren es Freitag 50km und Samstag dann die 30km. Ich habe dann meine Idee Antje erzählt und habe es dann noch etwas angepasst.

GM Hütter Nachtnull:

Die Null war ein Lauf mit Tradition und ganz viel Leidenschaft (verschiedene Titel für mehrmalige Teilnahmen z.B.), man hört immer wieder davon und viele bedauern es, dass es den offiziellen Lauf nicht mehr gibt. So war es diesmal ein kleiner Lauf (20 Starter) ohne viel Drumherum. Es sollte keine Verpflegung geben und nur die Möglichkeit einen dropbag bei 28km zu deponieren.
Ich fuhr also mit Dirk nach Georgsmarienhütte in die Nähe von Osnabrück. Wir kamen gut und sehr pünktlich an. Also war noch Zeit zum Schnacken und die Ausrüstung fertig zu machen. Bis auf ein paar Läufer kannte ich das komplette Feld.
15232084_1322134294473206_5707155290543739949_nDer ehemalige Veranstalter schickte uns mit ein paar Worten auf die Strecke und wir liefen los. Es war ein Gruppenlauf, aber es bildeten sich viele kleine Gruppen aufgrund der unterschieden Geschwindigkeiten…
Dirk und ich liefen recht weit vorn und mit Blick auf das große Vorhaben in 2018 liefen wir alle Anstiege erstmal hoch. Ich hatte mir den GPS-Track auf die Uhr geladen, denn die Markierung (weiße 0 auf schwarzem Viereck) war nicht immer gegeben.
Anfangs waren wir noch viel auf Teer unterwegs, was sich später mit Laub, Gras und Forstwegen abwechselte.
Ein Läufer der nicht starten konnte überraschte uns mit einem VP an der Straße, es gab Cola und Tee, der tat bei Temperaturen um den Gefrierpunkt richtig gut.

Nach ca 12km ging es dann einmal richtig steil und auch ziemlich lang über einen Berg, hier gingen wir dann auch und ab jetzt legten wir bei einigen steilen Anstiegen Gehschritte ein.
Das Laufen bei Nacht mag ich sehr, aber der Nebel machte die Sicht mit den Lampen sehr schwer, es war wie eine weiße Wand.
Wo es hoch geht, muss es ja auch wieder runter gehen und der Abstieg war genauso steil, durch das Laub war der Weg schlecht zu sehen und man musste aufpassen wo man hintritt.
Aus dem Wald raus, kam ein Hof mit Weide, laut Uhr muss es hier rechts weggehen, leider ist die Ansicht nicht genau genug und so bogen wir vor dem Zaun und nicht dahinter ab. Das gab ca 1km extra, da wir erst noch hofften um die Weide zu kommen.
Wieder auf dem richtigen Weg sahen wir 5m später auch die nächste Null.
Kurz darauf trafen wir auf eine vierer Gruppe, die uns beim Verläufer überholte hatte. Die Läufer hörten aber bei Kilometer 28 auf. Wir liefen mit ihnen zusammen und suchten die Null.
Dirk und ich setzten uns aber irgendwann wieder vorne ab. Im nächsten Ort gab es zwei Abbiegungen nach links, wir nahmen die falsche, berghoch kamen aber mit einer größeren Schleife wieder Richtung Track um an einer Querstraße die Möglichkeit zu haben, nach links Richtung Track oder rechts und später auf den Track zu stoßen. Dank Süntel-Trail und dem Peiner gilt das Motto: „Trust the Track!“ Die 4 meinten rechts geht’s lang. Also trennten wir uns. Wir liefen also direkt zum Track und anschließend einen Bogen, auf steinigen Wegen, unter Bahnschienen durch und kamen irgendwann an dem Punkt wo der Weg rechts lang draufgestoßen wäre. Mit Blick in die Umgebung war das nicht wirklich möglich, da waren ja auch noch die Schienen.
Kurz danach war auch Kilometer 28 und der active Sportshop Osnabrück hat einen Verpflegungsposten eingerichtet. Unsere dropbags waren auch hier, aber keine Möglichkeit sie zum Ziel zu bringen, also Cola verschenkt und den Rest in die Rucksäcke gesteckt.
Beim Stehen wurde es sehr kühl und wir machten uns auf dem Weg. Die 4 Waren noch nicht angekommen, würde mich mal interessieren wie sie weiter gekommen sind.
Wir kamen in einen Wald, der voll war mit Reflektoren… Geocacher? Erinnerte mich stark an den KiLL.
Es war wieder sehr viel Trail und die Sicht und die Müdigkeit machte es nicht einfacher, wir nahmen Tempo raus, Anstiege sollten laut Uhr noch 3 Steile aber kurze kommen und die mussten wir auch gehen. Oben auf den Wiesen war der Wind recht kalt. Gehpausen wurden mehr und länger. Die Nullen waren jetzt auch mal orange oder einfach nur weiß auf den Bäumen. Durch den Nebel musste man schon gut aufpassen.
Irgendwann kamen wir einen Berg hoch auf eine Gaststätte zu. der Weg ging rechts daneben vorbei. Plötzlich sagt die Uhr, Streckenabweichung. Hä?
Zurück… Hier ist eine Null, die Zeigt leicht nach links auf den Hof… Kurz geguckt. Das kann nicht sein, doch da hoch, aber die Straße geht nach rechts, noch weiter weg vom Track… Also doch auf den Hof?
Ich ging vorsichtig rüber… Immerhin war es Nachts um 2:00. Links war ein Tor offen, ich dreht das Licht hoch und dahinter war die nächste Null, also wirklich hier lang.
Jetzt ging es gut über Teer und auch bergab voran und wir näherten uns wieder dem Start. Als wir aus dem Wald kamen, hing Garminchen etwas und eine Null war nicht zu sehen, dass ganze 2-3km vor Schluss… nach bisschen drücken und nebenbei gucken ging es aber weiter und wir liefen noch eine Schleife um wieder auf die Strecke vom Anfang zu kommen, nur entgegengesetzt. Durch den zweiten Verläufer, hatten wir ca 2km mehr und hier am Schlagbaum hätte man nur auf die Straße gehen müssen und dann nach GM reinlaufen können, aber ich kürze nicht wissentlich ab und die Verläufer sind unsere eigene Schuld, also wurde die Schleife von 600-700m gelaufen und dann zurück zum Auto. Etwas umziehen und Sachen verstauen und ab zurück nach Bremen.

Tierrettungslauf:

7 Stunden nach der Null stand ich wieder an der Finnbahn zum nächsten Lauf, ein 6h-Lauf.
Ich habe ca 2 Stunden geschlafen und mich hauptsächlich von Energy Drinks ernährt… Ich hatte schon etwas Hunger und nahm mir vor dem Start noch etwas und trank auch einen Becher Tee. Es waren immer noch die gleichen Temperaturen und der Schlafmangel ließ mich ordentlich frieren. Irgendwann ging es dann endlich los und beim Laufen wurde mir wieder warm.
1Ich habe mein Vorhaben mit Antje besprochen, bei sowas hole ich mir gerne ihre Meinung ein, immerhin hat sie wesentlich mehr Erfahrung als ich. Sie schlug mir dann auch gleich noch eine Änderung im Plan vor…. Nicht 30km, sondern 40km laufen und das mit Tempowechseln, alle 10km.
So lief ich 6:00, 5:00, 5:30 und versuchte 4:30 auf den letzten 10km.
Die 6:00 viel mir schwer, ich bin lange nicht mehr bewusst dieses Tempo gelaufen und war anfangs immer zu schnell. 3 Runden auf der Finnbahn sind 5km. Das machte die Einteilung recht einfach. 3 Runden laufen, in Ruhe verpflegen und wieder 3 laufen. Ich dachte auch die ganze Zeit nicht an die Gesamtstrecke sondern immer nur in diesen 5km Blöcken. Bei den zweiten 5km begleitete mich Jan und so vergeht die Zeit recht gut.3 Jetzt kam nach einer guten Stärkung die ersten 10km in schnell. Die 5:00 laufe ich aber sehr oft im Training oder auch als Pacer beim Marathon, also viel mir das Tempogefühl recht leicht und ich war überrascht wie gut es ging. Die Beine waren in Kompression und Wärmebalsam gehüllt. Ich hatte weniger Probleme als erwartet. Nach diesen 10km gab es ja wieder etwas weniger Tempo und Zeit zum Durchschnaufen und ich überlegte mir eine Taktik für die letzten 10km. Ich war sehr skeptisch ob das klappt, aber ich werde es probieren, mehr als nicht schaffe und langsamer laufen wird schon nicht passieren.
Nochmal ordentlich gestärkt und los ging’s. Taktik diesmal… 2Runden laufen und dann Cola Pause. Also 3,3km und der Kopf war recht gut auszutricksen. Nur noch eine Runde und der Rest von dieser, dann ist Verpflegung. Der erste Block klappte sehr gut. Ich blieb kurz stehen, trank Cola und machte mich wieder auf den Weg. Jetzt wurde es schwerer auf 4:30 zu bleiben aber es gelang und die 2 Runden waren geschafft. Nur noch 2 und du bist fertig, also los. An der 500m Marke (da steht ein Schild) konnte man wieder viel rechnen, weniger als 3km. 3 sind 13:30min… Klingt nach viel, also nur noch eine Runde und bisschen mehr als 1km… das klingt gut. Schon war man bei der 3000m Marke und d.h. eine Runde und 300m… Also weniger als 2km. Ich musste ziemlich beißen hielt aber das Tempo.
Der Plan ging also auf… und ich fühlte mich recht gut. Ich habe das Training gut überstanden und fühlte mich noch nie so fit wie zur Zeit.
unspecifiedIch drehte dann noch 2 Runden mit Jan und UHB um den Marathonzähler zu bekommen. Kurz an der Verpflegung geschnackt, bis mir wieder kalt wurde und ich nachhause fuhr um in die Wanne zu steigen.

Eine Woche noch geht der Trainingsplan und dann beginnt die Erholung für Barcelona…. Heute morgen waren 11km in 5:12 schon wieder möglich. Weiterhin eingepackt in Kompression.

Bilder: Stefanie Koch

 

 

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