6h-Lauf Münster

Der erste Wettkampf dieses Jahr stand an, der 6 Stunden Lauf in Münster. Ich wollte da schon eigentlich viel früher mal mitlaufen, aber meistens kollidierten die Termine mit Omas Geburtstag, dies Jahr klappte es.
Hinzukam auch gleich noch die deutsche Meisterschaft im 6h-lauf, somit war die Anmeldung riesig und es waren fast 1000 Leute gemeldet. Christian hat eh einen sehr großen Pool an Teilnehmer und jetzt kamen noch mehr Läufer aus ganz Deutschland dazu.

Ich bin schon am Vortag angereist, habe die Startnummern für Henning, Antje und mich abgeholt und habe in Havixbeck bei meiner Schwester übernachtet. Abends noch mit Antje und Heiko getroffen und Morgens dann zum Lauf.
Diesmal habe ich meine Schuhe nicht vergessen. Ich wählt die gleichen, mit denen ich den Münster Marathon laufen wollte. Sie waren fast zu hart für den harten Beton.
Ich kam gegen 8:45Uhr an und es waren schon eine Unmenge an Läufern da. Zum Glück hatte ich schon die Nummer sonst, wäre noch einiges an Fußmarsch auf mich zugekommen.
Im Vorfeld gab es einige Diskussionen, da die schnellen Läufer keine Zeit am Verpflegungspunkt verschwenden wollen um ihre Becher zu suchen, musste es dies mal Einwegbecher geben, sonst gibt es hier immer personalisierte Mehrwegbecher.
Kurz vor dem Termin kam dann auch noch die Ansage, dass rechts eine Gasse für die Schnellen freigelassen werden sollte. Ich hatte ein bisschen Befürchtung das Christian sich keinen Gefallen mit der DM macht. Im schlimmsten Fall vergrault er sein Stammpublikum und die Meisterschaftsläufer meckern auch noch.

Ich kannte ein Großteil der Läufer, alle begrüßt und Hallo gesagt, kurz vor Start bei Heiko am Tisch mein Zeug aufgebaut und mit Henning und Benjamin zum Start gegangen, dieser war 800m entfernt, so dass man einen offiziellen 50km Splitt bekommen kann.
Es war recht voll, lange nicht mehr in so einem großen Feld gelaufen.
Kurz noch die Racebooker begrüßt und dann mit Antje im Feld einsortiert. Ziel war es diesmal die 70km zu schaffen. Also liefen wir mit knapp unter 5:00 los, um hinten raus etwas Spiel zu haben. Antje sehr konstant vorne weg und ich mit Henning hinten dran, irgendwann hatten wir eine richtige Traube an Läufern hinter uns.

Foto: Heiko Krause

Die Runde war 5km lang und führte über das Gelände einer Bundeswehrkaserne, der eine Teil war recht offen und Wind anfällig, der Rest durch Bäume geschützt. Es gab den großen VP am Rundenende und einen kleinen auf der Hälfte.
Die ersten Runden gingen ganz gut, ab der zweiten fingen wir langsam mit dem Überrunden an. Es klappte trotz der Befürchtungen im Vorfeld fast immer ganz gut, einige ältere Herren blieben stumpf rechts, aber die waren meist alleine unterwegs.
Nach 1,5 Runden fing ich an mit Verpflegung, beim kleinen VP meistens Wasser und beim Runden Ende Tee und Iso aus meinen Trinkflaschen, wir stellten meine Box weiter hinten auf, wo wir dann die Flaschen rein werfen konnten und Heiko brachte sie wieder zum Tisch. Ich war etwas unorganisierte mit der Verpflegung und vergaß öfters mal, die Runde vorher, anzukündigen was ich wollte.
Die Läufer wurden rechtzeitig mit Kreide auf den VP hingewiesen. rechts: „schnelle Läufer VP“ links: „Kuchen“
Nach 15km zog Antje nach vorne weg und ich und Henning blieben bei unserem Tempo, es lief recht gut, bald wurden wir schon von Nele das erste Mal und kurz danach von Benjamin überrundet.

Foto: Dietmar Klemm

Foto: Heiko Krause

zwischen 30-35km lies sich Henning zurück fallen und ich lief alleine. Ich hatte fast keinen langen Lauf in der Vorbereitung gemacht und wusste nicht wie lange ich das Tempo halten konnte. Mit jedem Kilometer den ich in diesem Tempo lief, baute ich den Puffer für den Schluss auf. Aufgrund der vielen Läufer und der Meisterschaft waren Kopfhörer untersagt worden, was es für mich, der immer mit Musik läuft, nicht leichter machte.
Marathon lief ich in ca 3:28std.
Vom Gefühl her wurde ich ab 55km langsamer, laut Auswertung der Uhr schon ab 47km.
Die 50km erledigte ich in 4:07std. 20km klingen noch recht viel, 4 Runden eher weniger, also zählte ich Runden. Ich rechnete aus, welche Pace ich höchstens laufen darf, damit die 70km klappten, da war ich noch wesentlich schneller.
Es wurde immer wärmer und ich nahm jetzt beim kleinen VP gerne 2 Becher Wasser, einen zum Trinken und einen zum Kühlen. Das Team um Christian hat nen super Job gemacht, den älteren Herren mit dem „I love Ruhrgebiet(?)“ Shirt muss ich aber extra erwähnen, er suchte schon von weiten den Augenkontakt und ich konnte auf Zurufen/Handzeichen die Menge an Becher bestimmen, die er mir reichte.
Ab 55km wurde es ziemlich anstrengend und die Lust wurde weniger, aber ich hatte ja ein Ziel.
Antje habe ich bei 35km überholt und sie meinte heute geht es nicht so gut, somit war ich das erste Mal bei einem Ultra vor ihr. Als ich die 12te Runde (ca 60km) voll machte und es noch 58min Zeit waren suchte ich nach Cola am VP, plötzlich tauchte sie wieder von hinten auf und überholte mich zurück, am Ende waren es ca 1,5km mehr die sie gelaufen ist.
Die Cola war zu dem Zeitpunkt scheinbar aus, für mich das einzig kleine Negative an dem Lauf.
Ich lief die Runde weiter und hatte für die letzte Runde jetzt noch 30min Zeit, da die Runde ja auch etwas länger ist als 5km, waren die 70 auch schon vorher fertig. Ich nahm sicherheitshalber schon den Sandsack für die Restmeter mit und lief die letzte Runde. Diese war jetzt wirklich anstrengend. Ich überquert die Linie mit 1:30min Rest und beschleunigte noch etwas um noch ein paar Meter zu machen, Kurz danach war der Lauf zu Ende, das Signal war aber recht leise, ich hörte es eher aufgrund des Sprechers.
Ich ließ den Sandsack fallen und ging zurück zu den Betreuern, unterwegs sammelte ich noch meine Kiste ein.
Ich erfuhr das Nele mit 85km einen neuen Frauenweltrekord auf 6h gelaufen, Wahnsinnsleistung. Super konstant und schnell wie sie uns überrundet hatte.

 

Ich beendete den Lauf als 25igster und 5ter der AK mit 70,6km und bin sehr zufrieden, die 70 sind geknackt und das trotz einer nicht optimalen Vorbereitung und ich habe dem Delmenhorstsieger, der mich in Otterndorf noch kurz vor Schluss überholt hat ca. 8km mitgegeben. Hinzukommt, dass ich für 6h einfach nicht genug Grundgeschwindigkeit habe.
Es war eine gute Standortbestimmung, am 19.03. beginnt der Trainingsplan für den nächsten 24h Lauf.

Als wir auf die Auswertung warteten, bekam ich einen Link mit dem Ticker geschickt, wo mir eine Runde fehlte, dass habe ich noch angemerkt, bevor die Ergebnisliste aushing und sie war dann auf der Liste drauf.
Bei einigen Läufern gab es Probleme mit der Restmetervermessung, scheinbar waren die Sandsäcke oder so abhanden gekommen, dadurch verzögerte sich die Siegerehrung sehr und ich bin noch davor nachhause gefahren. Ich hatte schon 3Std gewartet und es war noch kein Ende in Sicht.

 

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