12h-Lauf Iserlohn… das Übel am Seilersee

Zur Vorbereitung auf Delmenhorst wollte ich gerne einen Wettkampf mit 100 oder mehr Kilometer absolvieren, da boten sich die 12h vom Seilersee an. Antje und Heiko waren auch da und viele andere bekannte Läufer.
Vom Seilersee hört man recht viel Gutes und so machte ich mich auf den Weg.

Ich wollte gerne eine neue Bestweite (die alte ist der Splitt aus Barcelona) laufen und wenn möglich gerne an die 126,6km ran.
Die Strecke ist führt um einen See rum und knapp 1,8km lang.
Was den Lauf für Norddeutsche schwierig(übel) macht sind 22 Höhenmeter pro Runde. 22 klingt jetzt nicht wirklich viel und da ich mich recht wenig mit Höhenmeter beschäftige war dieser Wert auch nicht greifbar. Während des Laufes habe ich ein bisschen vor mich hingerechnet. 22HM auf 1,8km bedeutet knapp 500 Höhenmeter auf einem Marathon, das entspricht Bad Arolsen… Also ist schon echt bergig.

Da ich in Delmenhorst nicht immer Betreuung haben werden, wollte ich auch das üben. Heiko sollte mich diesmal nicht am VP unterstützen. Ich habe mir auch fast alles selbst mitgebracht um alles zu testen.
Angereist bin ich am Nachmittag, habe mein Tisch aufgebaut und den 24h Läufern zugeschaut, zwischen durch in der Gaststätte auf den TV geschaut für die Fußballergebnisse. Die 12h Läufer starten um 18:00 Uhr und laufen durch die Nacht.
Es waren viele Läufer unterwegs.
Ich lief am Anfang lange mit Marcell, den ich vom Triple-Marathon kannte.
Der Plan war 5:20-5:30 pro Kilometer zu laufen. Bis zum ersten Marathon war ich aber meistens zu schnell, da ich die 5:30 immer halten wollte und bergab rollen ließ und so schneller wurde.

Der Start findet unter der Autobahnbrücke statt, führt durch die Zelte der Läufer und am Vereinsheim vorbei, hier war auch der offizielle Verpflegungsposten, man läuft durch ein Zelt durch und danach scharf rechts auf einem Sandweg zum Fußballfeld und raus aus dem Stadion.
Hier ein kurzer Anstieg und dann gleich wieder etwas steiler bergab auf einen Holzbrücke. Hier gab es 2 Poller, wo Marcell auch einmal gegen lief.
Jetzt weiter am See lang, an einigen Gänsen vorbei, die etwas meckerten, aber durch die 24h-Läufer ja schon gewöhnt waren.
Es ging leicht bergauf und mit einer scharfen links Kurve über einen kurzen Schotterweg steil zum höchsten Punkt der Strecke. Diese Stelle wurde immer steiler und später ging ich sie auch.
Jetzt auf Teer langgezogen bergab bis unter die Autobahn und dann nochmal langgezogen bergauf, bis es richtig steil abwärts ging, um auf einem schmalen Weg mit einer Senke zurück zur Zeitmatte ging.
Damit ist die Runde recht abwechslungsreich und nicht so eintönig wie z.B. in Basel, wo es im Viereck um Fußballfelder geht. Was aber für Weiten wesentlich besser ist.
Die 24h-Läufer waren ja schon 6h unterwegs und ich war nach dem Führenden der 12h und Benjamin wahrscheinlich der schnellste Läufer auf der Strecke. So musste man viel überholen und an manchen Stellen war es kaum möglich, vor allem auf der Brücke, dem Sandweg vor dem Fußballplatz und der Senke wurde es eng, wenn es 2 Läufer gleichzeitig waren.
Natürlich habe ich abgebremst und mir meine Lücke gesucht, denn das Hauptaugenmerk liegt auf den 24h.
Eine Runde dauerte etwas unter 10min.

Nach 30min fing ich an mich zu verpflegen. Erst Iso und bei 60min dann Tee. Das ganze im Wechsel. Nach 1,5h nahm ich das erste Gel. Ich habe in Münster von Antje Iso-Pulver bekommen zum testen. Im Training bin ich damit schon gelaufen, also hab ich diesmal ihr Getränk angerührt. Es schmeckte und ich konnte es gut trinken. Der Tee war etwas zu sehr konzentriert und ziemlich süß.

Der Berg wurde immer anstrengender und Marcell klinkte sich irgendwann nach hinten aus.
Vom Kopf her war ich nicht so frei wie sonst und dachte öfters an die Restzeit und nicht in Zwischenschritte.
Im Verpflegungszelt musste man aufpassen, oft gingen die Läufer von links nach rechts oder danach, man konnte aufgrund der Zeltwand nicht die Kurve einsehen.

Als es dunkel wurde, kam dann nach und nach Licht dazu. Straßenlaternen und Scheinwerfer oder Flutlicht im Stadion. Der Wald und die Autobahnbrückenpfeiler wurden bunt angestrahlt, das war recht schön anzusehen.
Am Ende des Stadions war längere Zeit 2 Masten aus und ich dachte mir, lieber hier Licht, als das Bunte im Wald, aber die Lichter wurden noch eingeschaltet.

Der See scheint für viele Leute ein beliebtes Spaziergangsgebiet zu sein und auch eine Abkürzung für den Heimweg. So kamen uns Leute mit Einkaufstaschen oder Kinderwagen entgegen und an manchen Stellen musste man sich fast durchquetschen. Nachts lief noch ein Rudel Jugendlicher entgegen der Laufrichtung um den See und es konnte geradeso ein Läufer dran vorbei, wie es auf der Brücke war, die ja recht schmal ist, habe ich nicht mitbekommen.

Den Marathon beendete ich mit 3:52Std. Also recht schnell. Ich merkte aber dass das Tempo zu hoch war und ich lief wieder nach Gefühl und verdeckte die Uhr. Es wurde auch immer kälter und ich legte fleißig Oberbekleidung nach.
Mein Magen fing langsam an zu drücken und ich versuchte es mit Brezeln, Wasser, warmen Tee und Cola zu regulieren. Ich ging den steilen Berg hoch und lief langsamer.
Leider wurde es nicht besser.
Ich ging ein etwas längeres Stück und versuchte dabei die Arme zu bewegen, damit ich nicht wie in Basel auskühle.

Auf der nächsten Runde musste ich 2 mal in die Büsche um mich zu übergeben, was ich ja noch nie gemacht habe…
Damit war der Lauf für mich schon fast beendet. Immer wenn ich anlief wurde mir schlecht. Heiko schickte mich nochmal auf die Strecke, ich sollte gehen und Wasser trinken, aber selbst Wasser blieb nicht drin und der Hals brannte. Somit beendete ich verärgert und enttäuscht den Lauf nach etwas über 6h und 63km .

Ich hätte ne Stunde pausieren sollen und es dann nochmal versuchen, aber dafür war mir schon zu kalt und richtig aufwärmen konnte ich mich nicht. Also packte ich meine Sachen und fuhr heim.

Es war „zum Glück“ der Test für Delmenhorst, einen werde ich bei den 6h am Sander See noch haben. Ich werde wieder mein Iso nehmen und Tee vom Veranstalter, bzw. die fertigen aus dem Supermarkt nehmen.
Positiv muss man festhalten, dass die Hüfte gehalten hat. Die neue Hose, das Gerätetraining und Body Balance helfen wohl scheinbar.

 

Der Lauf ist sehr schön. Liebevoll organisiert, mit vielen freundlichen und netten Läufern und wenn man nicht gerade eine Bestleistung jagen will auch empfehlenswert.

Fotos. Stefan Weigelt

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