20. Helgoland Marathon… Laufen in Oke-Town

OKE

Eine Woche nach Iserlohn sollte es auf die einzige deutsche Hochseeinsel, Helgoland, gehen. der 20. Helgoland Marathon stand an und mit vielen Racebookern und Pummelanten trafen wir uns dort.
Einig, z.B. Dirk laufen regelmäßig hier. Sie loben den Marathon und den fast Ein-Mann-Veranstalter Oke in höchsten Tönen. Die Medaillen sind auch immer sehr schön.

Beim Helgoland Marathon muss man aufgrund der Fährverbindung am Freitag anreisen und dann am besten bis Sonntag bleiben und da die Insel nicht groß ist, sollte man erst die Unterkunft buchen und sich dann für den Lauf anmelden. Somit gibt es ein natürliches Teilnehmerlimit.


Der Lauf hat über 300 Höhenmeter und die sind auf ein kurzes Stück gebündelt. Der härteste und steilste Anstieg ist der „Düsenjäger“, die Rampe vom Unter- ins Oberland, danach geht es noch etwas im Ort und zur „langen Anna“ (dem Wahrzeichen der Insel) leicht bergauf. Der Rest der Runde ist leicht bergab, bis man zur Rampe ins Unterland kommt und dann hat man keine Höhenmeter mehr.
In Helgoland werden sowohl die Sieger, als auch die Alterklassenplatzierten und Mannschaften mit Pokalen geehrt und ein Blick auf die Zeiten der Vorjahre zeigte mir, dass ich je nach Teilnehmer evtl. sogar um das Gesamtpodest mitlaufen kann. Bei Jubiläum aber eher unwahrscheinlich. In der Altersklasse sollte es aber auf jeden Fall möglich sein. Eine Mannschaft haben wir auch noch zusammen bekommen.
Ich bin aber seit Münster kein Marathon mehr richtig auf Tempo gelaufen und wie gut ich Iserlohn verdaut habe, war auch nicht sicher. Ich habe öfters mal die Pace für 3:10-3:15Std getestet und es fühlte sich gut an, aber da war ja der Düsenjäger nicht dabei.
Nach dem ich mir am Vortag den Düsenjäger angeschaut habe war klar… 3:15-3:20 wird probiert.
Das Wetter war ideal, kein Wind, bedeckt und schön kühl. Im Oberland war die Mütze gut, unten hätte ich ohne laufen können.

Nach dem obligatorischen Foto reihte ich mich recht weit vorne auf der Promenade ein, die Startlinie, war ein kleiner roter Schriftzug am Rand der Straße… Start.
Auf Helgoland muss die Runde 5mal gelaufen werden. Sie ist aber sehr abwechslungsreich, was den Lauf nicht langatmig macht.
Die beste Frau hat hier quasi ein Dauerabo auf den Sieg und läuft ungefähr die von mir angestrebte Zeit, also lief ich in dieser Gruppe mit. Wir waren 4 Männer und sie.
Es ging Richtung Nordseehalle um dann am Wasser entlang zur Jugendherberge zu laufen, dort war der erste VP nach ca. 2km. Kurz durch die Dünen und dem Weg von eben entgegen, an der Halle vorbei und den Düsenjäger hoch. Der ist wirklich steil und ändert auch mehrmals die Steigung. Hier waren sehr viele Zuschauer die uns von oben anfeuerten. Bis auf die letzte Runde bin ich hier auch immer hoch gelaufen. Scharfe Kurve und durch den Ort raus zur „langen Anna“, kurz vorm verlassen der Häuser war der zweite VP. Die Kinder liefen uns schon mit Getränken entgegen und ich nahm Wasser. Bis zur letzten Runde habe ich auf Cola verzichtet. Jetzt ging es immer an der Klippe entlang einmal um die Insel. An der einen Stelle warnten uns 3 Männer von der Feuerwehr vor ein paar Treppenstufen, die es abwärts ging und von dort weiter zum Leuchtturm. Kurz danach ein paar Treppen hoch und einen langes Stück bergab. Ich sah Simone, Claudia und Miri, die den Mini-Marathon liefen und 15min vor uns gestartet sind. Ich ließ rollen und überholte sie bergab. Unten war auch gute Stimmung. Der Mini-Marathon biegt links ab Richtung Ziel und wir nach rechts. Am Rand der Insel ging es auf ein Pendelstück und dann durch den Gewerbeteil der Insel. Hier war wenig los, aber irgendwie muss man ja auf Strecke kommen.
Am Ende des Pendelstücks war eine 180-Grad-Kurve und der nächste VP. Wir kamen an den Anlegestellen der Fähren vorbei, kurz nach dem letzten VP und dann liefen wir noch ein Schlenker um ein kleines Becken. Man sieht das Ziel hier schon, muss aber nochmals weglaufen um das Becken zu umrunden. Auf der Promenade ging es zurück zum Start. Der Sprecher begrüßte uns. 39min.

Jeder machte mal Tempo, zwischen 4:30-4:35. Es lief gut.
Auf der nächsten Runde verloren wir einen Läufer am Düsenjäger. Also waren wir 3 +Antje.
Wir überrundeten die ersten und ich lief den Berg etwas langsamer runter. Johannes vom Delligser SC war der Stärkste in unserer Gruppe, aber wollte nicht allein laufen und nahm nach dem Bergabstück immer etwas Tempo raus, damit wir wieder aufschließen konnten.
Die Runde dauerte 38min. Was auch der Sprecher anmerkte, dass wir schneller geworden sind.

Antje meinte ihr sei es zu schnell und auf der nächsten Runde ließ sie uns ziehen. Also ging es zu dritt weiter. Im Oberland meinte Johannes bei einem kleinen Schnack, er läuft schon seit 6 Jahren hier in der gleichen AK. 6 Jahre gleiche Altersklasse, wie geht das? Man wechselt doch alle 5 Jahre, meinte ich. Ich habe die Hauptklasse vergessen die von 20-30 geht. „Puh! Dann muss ich im Ziel ja nicht sprinten. Ich bin M30.“ Der dritte Läufer meinte: „Ich auch!“… Hm also doch ein Konkurrenten dabei. Die Runde müsste auch wieder bei 39min gewesen. Auf der Runde konnte ich auch Danny, UHB und Jan überrunden. Sie waren für ihre Ankündigung ziemlich schnell unterwegs, ich dachte ich bekomme sie schon vorher.

Die vierte Runde liefen wir Anfangs wieder etwas schneller (4:30). Da mein „Konkurrent“ am VP immer etwas gegangen ist, hoffte ich auf eine Schwäche, denn auf Zielspurt habe ich keine Lust und ob ich darin gut bin weiß ich auch nicht. Somit war das Tempo zwar etwas hoch, aber vielleicht konnte man so die Entscheidung suchen. Falls ich mich nicht verguckt hatte waren es 37min für die Runde. Wir waren aber immer noch zusammen.

Der VP nach 2km war mein Punkt zum Gel nehmen. Ab der zweiten Runde nahm ich es hier. Alle 8,4km war ein guter Abstand. Ich brauche ja immer etwas zum runterspülen. Am Düsenjäger gingen Johannes und ich, der andere Läufer lief hoch und davon. Johannes war ein Stück hinter mir und ich konnte die alte Pace nicht mehr laufen. Auf den Kilometern im Oberland fehlten mir 20-25sek.
Bergab lief ich auch etwas verhaltener. Als ich unten war und auf das Pendelstück bog konnte ich die Pace aber wieder laufen. Johannes hatte mich Höhe Leuchtturm überholt und mit dem Bergabstück, wo er der Stärkste von uns war konnte ich nicht mehr aufschließen. Der andere Läufer kam mir entgegen. Ich klatschte ab und gratulierte ihm.
Jetzt lief ich also doch noch ein Stück alleine. eigentlich könnte man ja Tempo rausnehmen, hinter mir war auf dem Pendelstück keiner zu sehen. Da fiel mir aber die Mannschaftswertung ein, da könnte jede Sekunde zählen und mit grober Hochrechnung war eine 3:15 als Endzeit sogar möglich also weiter. Am letzten VP nochmal Wasser und ein Dank an die Helfer. Um das Becken rum und Blick auf die Uhr, bei ein bisschen Ungenauigkeit könnte es auch noch unter 3:15 gehen, also jetzt nochmal alles an Kraft raus aus dem Körper und Endspurt. Große Schritte und etwas mehr Vorfuß… Ich überquerte die Linie nach 3:15:18. Es könnte mein zweitschnellster Marathon jemals sein und das auf der Strecke. Wenn die Linie überquert ist gehen die ganzen schönen Sachen wie Adrenalin verloren und ich musste erstmal durchschnaufen.

Am Ende war es Platz 9 gesamt und zweiter in der AK.
Schleswig-Holstein wäre damit auch abgeharkt.
Die Siegerehrung fand um 20Uhr in der Nordseehalle statt. Unsere Mannschaft aus Dirk, Manfred und mir erreichte hinter Delligser SC Platz 2 mit 5min Vorsprung, denn auch Dirk verbesserte seinen Helgolandrekord um 14min.

Es war sicherlich nicht das letzte Mal, dass ich in Oke-Town Marathon gelaufen bin.

 

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