14. Burginsellauf in Delmenhorst

Oft war ich schon bei diesem Lauf, als Staffelläufer oder als Betreuer/Zuschauer. Dies Jahr sollte endlich der Einzelstart folgen. Immerhin liegt der Lauf quasi vor meiner Haustür und ich fliege für meine ersten beiden nach Basel oder Barcelona

Die Vorbereitung lief ganz gut, mit Ausnahme von Iserlohn, aber auch das war lehrreich und hilft mir bei den weiteren Läufen. Ziel waren 200km. Platzierung nicht so wichtig, Hauptsache die Weite stimmt. Lieber Vierter und 200, als Erster mit 180.
Die Wochen vorher habe ich sehr ruhig angehen lassen, bewusst aber auch aufgrund von Arbeit. Der Wetterbericht änderte sich täglich, aber durch die kurze Anreise konnte ich ja einfach mehr Zeug einpacken. Freitag half ich noch beim Aufbau des Zeltes für die Roadrunner/Racebooker-Staffel.

Am Samstag reiste ich mit Vivian an. Wir waren gegen 10:00Uhr da und haben fast kein Platz mehr für Tisch und Stuhl gefunden. Start ist 12:00. Ich sortierte mein Zeug und begrüßte die vielen Bekannten. Anschließend ging ich mit Vivian nochmal um die Strecke und wartete auf den Start.

In Delmenhorst gibt es auch einige Staffeln und so sortierte ich mich in der Mitte ein, Staffel und Einzel werden aber beim Zielbogen getrennt und so kam ich gut ins Laufen. Das Wetter war sehr schwierig, ich bin im Pullover angereist und beim stehen war es sogar recht frisch. Der Wind und die Wolken ließen einen die 21Grad nicht spüren. Beim Laufen merkte man dann aber eine Schwüle.
Ich wollte eigentlich etwas langsamer starten, wenn es so warm ist und mich auch mit Armlingen kühlen, durch die Bedingungen habe ich diese Taktik überworfen und lief wie geplant los.
Ich trank regelmäßig und verpflegte mich wieder mit allem möglichen, weniger als sonst und weniger Chemie. Das bekam mir ganz gut. Bis zum Marathon den ich knapp unter 4:00 beendete lief es recht gut, der Puls war etwas hoch,  ich bekam das schwer in Griff, aber das Laufen fühlte sich noch gut an.

Mach 7,5h bekam ich Druck in der Brust und Seite, ähnlich wie Seitenstiche. Ich fing an zu gehen und gegenzuatmen, bekam das aber nicht schnell in den Griff. Ich entschied mich ab jetzt erstmal eine Runde laufen und eine Runde zügig gehen. Der Plan war, die ersten 100km in 10 Stunden zu absolvieren. lange Zeit hatte ich auch noch ein gutes Polster. Wann ich dieses verloren hab, weiß ich nicht mal mehr.
Die 100 fielen „erst“ nach 10:45 Stunden. Eigentlich hätte man hier schon abbrechen können. Da ich in Barcelona aber ab 14Stunden nicht mehr laufen konnte, aufgrund der Hüfte und trotzdem über 200 kam, machte ich weiter und hoffte hinten raus wieder aufzuholen.
Meine Motivation war ziemlich im Keller, zum Glück fand ich immer mal wen zum schnacken. Ab 23:00 Uhr war Vivian da, das hat mir sehr geholfen und sie hat mich öfter mal begleitet… Es dürften über 30km geworden sein für sie.

Die Strecke war beleuchtet, aber nicht optimal, es gab einige dunklen Ecken und auch eine Kante zum Pflasterweg, diese wurde ab 01:00 ausgeleuchtet. Im Gegenzug wurden aber Bäume angestrahlt, diese Kritik gab es von einigen Läufern… Mal schauen ob es nächstes Jahr anders ist.

Ich machte immer weiter mit der Taktik. Nach 16 Stunden habe ich mal in Richtung Platzierung geschaut, für die Motivation. 2 Runden hinter dem Zweiten und 4 vor dem Vierten war meine Position.
Als ich dann den zweiten zum ersten Mal überholte kam die Lust wieder, aber ich blieb bei der Taktik. Der erste kämpfte mit der Kälte und verlor einiges auf mich. Nach 150km machte der Zweite eine kurze Pause an seinem Tisch, samt Fahne und ich lief dran vorbei. Also jetzt den Vorsprung ausbauen, was mir auch gelang. Auf den Ersten waren es plötzlich nur noch 7 Runden und 6 Stunden Zeit… Vielleicht geht da noch was.

Burkhard, der Erstplatzierte hatte seine Frau als Betreuer da und sie wurde langsam nervös, da ich aufholte… Sie schrieb meine Zeiten auf und teilte sie ihm mit. Er lief wieder schneller und überrundete mich. also noch 8 Runden und irgendwas mit 5 Stunden, das entspricht 1:15Std Rückstand… Zack Motivation weg.

Also ging ich viel und schnackte mit meinen Freunden. Der jetzt Dritte wollte bei 180km aufhören und ich war von der Weite irgendwo im nirgendwo… Es wurde schlagartig auch richtig heiß. Also erstmal weiter gehen und Hauptsache durchhalten. Nach Iserlohn sollte es kein zweiten Abbruch geben.
Eine halbe Stunde vor Schluss setzte ich mich dann doch hin und zog schon mal die Schuhe aus. Plötzlich sehe ich meine Verfolger wieder auf der Strecke. Er musste wieder laufen, da der Vierte zu nah kam. Also auch ich wieder Schuhe an und weiter… Ich drehte noch ein paar Runden und lief die letzten 5min da er sehr nah hinter mir war.
Am Ende wurden es 188,3km, Platz 2 gesamt und Platz 1 in der M30.

Der Lauf in Delmenhorst ist sehr empfehlenswert. Sie geben sich viel Mühe, die Verpflegung ist gut, die Strecke nicht zu langweilig und aufgrund der Staffeln und dem kleinen Festcharakter ist die Stimmung sehr gut. Gerade im Vergleich zu Basel, wo man um Trainingsplätze lief sind es Welten.

Bei der Siegerehrung gab es dann noch einen Pokal für die AK. Komisch war das die ersten 3 der Gesamtwertung nicht geehrt wurden, sondern nur der Erste (202km)

Fazit: Die 202km kann ich eigentlich auch laufen. Ich hätte das Rennen anders einteilen müssen und das Stechen besser wegbekommen, um wieder ins Laufen zu kommen. Die Hüfte hielt und der Magen war auch ok. Somit wird sich noch ein paar Tage ausgeruht und dann auf die deutsche Meisterschaft fokussiert. Ich werde den Trainingsplan etwas überarbeiten, etwas weniger Tempo trainieren und dafür mehr ganz lange Läufe einbauen.

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