6. Süntel-Trail… Cutoff im Blick

Wie eigentlich jedes ging es nach Bad Münder zum Süntel-Trail.. Das war meine 5te Teilnahme in Folge. Dieser Lauf gehört einfach dazu, die Landschaft ist toll, die Strecke anspruchsvoll und es ist fast ein Familientreffen, da genau wie ich viele jedes Jahr wieder kommen.
Letztes Jahr war Danny nicht dabei, dies Jahr wieder und wenn wir hier zusammen starten, bleiben wir auch zusammen.

Anreise ist Freitags und man sitzt abends bei Pizza und Getränken zusammen.
Start ist für die 80km(50Meilen) ist Samstag um 6:00Uhr, also frühstücken um kurz nach 5:00Uhr. Die anderen Läufer, die aus der Umgebung kommen und nicht hier übernachtet haben, waren dann auch dabei.
nach dem obligatorischen Foto schickte uns Helmut auf die Strecke.

Nach 200m geht es gleich den Deister hoch und nach kurzem Singletrail auf Forstwegen immer höher. Danny und ich waren gleich ganz hinten und lief recht ruhig.
Es war nicht sein Wochenende. Er war eh nicht so fit, dann ging sein Handy am Freitag kaputt, seine Uhr meinte das Akku ist leer, das Navi hat ihn später öfters mal falsch geortet und das Frühstück lag ihm quer im Magen.
Den ganzen Lauf über hat man sein GPS-gerät in der Hand und selbst damit ist die Chance aufs Verlaufen noch gegeben.

Nach 3km wollte er schon aussteigen, wenn es nicht besser wird mit dem Magen. Jammer kenne ich schon und ich wusste, dass er irgendwann auf stur stellt und trotzdem ankommt.
Maik und Frank waren noch in unserer Nähe. Die letzte Tage hat es ziemlich geregnet und ich rechnete mit viel Matsch, dass hielt sich in Grenzen, aber die Pflanzen waren höher und mehr als in den letzten Jahren.
Die Waschrinne runter war es wieder sehr heftig, rutschig und wacklige Steine, man musste jeden Schritt suchen, danach der erste Downhill.. Danny war in seinem Element und war nach vorne weg.
Hoch zum Springer Steinbruch hatte, ich ihn aber wieder ein. Die Taktik machen wir seit der zweiten Teilnahme. Diesmal ohne Verläufer rum, den hatten wir den ganzen Lauf keinen, ging es auf der anderen Seite langsam den Berg runter.
Plötzlich stockte der Lauf, durch den Regen hat sich ein Bach gebildet der durchgequert werden musste und jeder hatte mindestens ein nassen Fuß. Nochmal hoch und um den Berg rum zum ersten VP, Danny war kurz in den Büschen und dem Magen ging es etwas besser, also nichts mit aussteigen bei 16km.

Wir waren sogar noch recht gut im Zeitfenster . Ich schnürte meine Schuhe neu… Ich habe es nämlich nicht geschafft, meine Trailschuhe einzulaufen und bin mit brandneuen Schuhen gestartet, da ich zum Glück auf Mizuno fixiert bin und die Marke mir einfach passt, hatte ich nach dem Schnüren keine Probleme mehr.
Jetzt ging es recht lange Flach durch Bad Münder zum Süntel und der nächste Verpflegungspunkt war nur 11km entfernt. Die Anstiege gingen wir konsequent. Danny meinte es geht nicht und er steigt da aus…
Flach und abwärts wurde aber noch gelaufen. Nach 4Std erreichten wir dann auch schon Sheriff an seinem VP. Kurz gestärkt und Trinkrucksäcke aufgefüllt und weiter ging es für uns beide. Ich habe den Verschluss erst verkantet und mir schön den Rücken nass gemacht.
Ab jetzt wird es schwerer, viel steil bergauf, und auch mehr Trails. Der nächste VP ist 14km entfernt. Danny war noch mal im Wald und ab dann war der Magen beruhigt.
Ich wartete an einer markanten Stelle und dann ging es auch schon hoch zum Turm, über den Weg, den nur wir gehen und den Rest des Jahres wächst dieser zu.

Oben am Turm geht es dann schön lange und über breite Weg abwärts zur Pappmühle, nachdem man einen kleinen Trail mit 2 umgestürzte Bäume hinter sich gebracht hat. Normalerweise läuft Danny hier mir weg und wir holen Zeit raus, dies Jahr war er aber schon ziemlich angeschlagen und wir liefen zusammen. Nochmal auf einen breiten Weg hoch, um über einen weiteren Singletrail bergab zu kommen. Kurz über die Felder, hier blies ordentlich Wind, aber da man fast nur im Wald ist, störte der Wind nicht weiter…

An der Pappmühle ist ein großer VP, wo man auch Dropbags hinterlegen kann. Danny wollte hier aussteigen… mal wieder… Wir aßen in Ruhe und er wechselte die Schuhe und füllte den Rucksack auf, also ging es zu zweit weiter. Für den Kilometer inkl. Pause brauchten wir 20min.
Es ging jetzt hoch zum Hohenstein, über diese „tollen Treppen“. Wir trafen Maik, Frank und Stefan kurz, die vom berg runter kamen. Unterwegs begegneten uns noch Simone und Eri, die hier wanderten. Der Klippenweg ist, toll aber wird hinten raus ziemlich anstrengend.
Oben dann Foto gemacht und weiter ging es.
Ich hatte den Track auf der Uhr und konnte mir die geplante Ankunftszeit bei aktueller Durchschnittspace anzeigen lassen. Wir hatten immer noch 50min Puffer, zum Cutoff. bergab musste ich Danny immer wieder zum Laufen animieren. Die Pace für den Lauf beträgt 10:30, wenn man dann 300-400m läuft holt man sogar ein Puffer raus.
Wir kamen jetzt zum schönsten Teil des Laufs dies Jahr, durch das ganze Wasser rauschte es überall und selbst der Blutbach war mit Wasser gefüllt und musste durchquert werden.
Der Aufstieg hoch zur Quelle war toll, aber wieder sehr anstrengend, oben wartete ich auf Danny und erklärte einer Mountainbikergruppe was die ganzen Typen in den bunten Shirts mit dem Rucksack auf dem Rücken hier machen.
Wir gingen weiter und kamen nach der Südwehe wieder auf breite Forstwege, hier gibt es einen langes Bergabstück und wir liefen recht lange und sogar sehr zügig, dass brachte uns 5Sek auf die Gesamtpace, was nach über 50km ja ungefähr 2,5min sind.
Über den Naturlehrpfad ging es an der DRK-Hütte weiter um dann am Waldrand Richtung Hamelspringe zu laufen. Wir gingen fast nur noch, aber Danny und ich sind schnelle Geher und konnten unter 10:30 bleiben.
Der Weg bog ab in den Wald und ich wusste was uns gleich erwartet… Die „Steinerne Treppe“, eins der schwerste Stücke des ganzen Laufes und das kurz vor 60km. Ich ging vor und kam ziemlich ins schnaufen. Sie war nicht so rutschig wie letztes Jahr. Auf dem Hauptweg wartete ich auf Danny und als er oben war, mussten wir erstmal kurz pausieren. Wir hatten ja noch ein gewisses Zeitpolster, vor allem wenn man sich überlegt, dass die letzten 14km bergab oder flach sind.
Leider hat die Treppe Danny den letzten Rest Kraft geraubt und wir ging nach Hamelspringe und das recht langsam.
Endlich am VP angekommen hatten wir zwar noch ein großes Zeitpolster, aber mit dem Wissen, dass es nochmal über Panzerplatten zum Turm hoch geht, sagte Danny das er es nicht in der Zeit schaffen würde… Er stieg jetzt aus. 57km nach den ersten Problemen (man hätte sich viel Schmerzen sparen können 😉 )

Ich wechselte wie jedes Jahr hier Schuhe und Shirt, denn jetzt kommt nur noch ein steiniger Trail und der Rest ist gut zu laufen.
Ich lief also alleine weiter, mit der Info, das ein paar Läufer erst vor kurzem weg sind.
Bis zu den Panzerplatten lief ich alles durch, wäre die Zeit knapper gewesen, hätte ich versucht hier so lange wie möglich zu laufen, so aber ging ich recht früh, dafür aber zügig den Berg hoch. 700m vor dem Gipfel überholte ich Maik und Frank, die auch zu kämpfen hatten.
Ich wollte jetzt aber ins Ziel kommen und lief weiter.
Oben angekommen, einmal durchgeschnauft und Vaseline nachgeschmiert. Jetzt auf breiten Wegen wieder den Berg runter. Kurz noch den Steintrail abwärts und 2-3 Wellen genommen.
Die Eulenflucht fehlte natürlich noch. Ein schönes Gehöft, wo wir nochmal kurz und steil den Berg hoch mussten. Ab jetzt kann man aber rollen lassen, wenn man noch Kraft hat…
Am Fuße des Berges war der letzte VP, 10km vor dem Ziel. Meine erwartete Ankunftszeit war voll im Zoll und ich konnte noch gut laufen, also kurz hingesetzt und Cola getrunken. Martina meinte Danny sein gerade weg… ???…
Er lief mit Björn, einem 50km Läufer weiter. Die sparen sich die Turm Runde und haben von dem VP in Hamelspringe nur 12km und nicht 22km ins Ziel.
Auf den Feldern vor Bad Münder hatte ich beide ein. Ich ging 2km mit beiden und als wir den Brennnesselpfad durchquert hatten, lief ich weiter. Ab den Feldern bewegt man sich lange auf dem gleich Weg, den man in den Süntel reingelaufen ist zurück.
Hinterm Golfplatz überholte ich die nächsten beiden Läufer, kurzer Schnack und weiter. Es geht dann nach links parallel zur Straße auf einem Radweg und ab der Bundesstraße auf einem Schotterweg ins Ziel, 3 Wellen sind noch zu nehmen…
Ich erreichte das Ziel in 12:52Std.
Der Bremer Landesrekord ist 12:30, wäre dieser in Gefahr geraten, hätte ich an der Ecke die Zeit abgewartet, den verbessere ich nur mit Danny zusammen.

Am nächsten Morgen hatten wir ordentlich Gewitter direkt über uns, also war das Timing perfekt, da während des ganzen Laufs das Wetter echt super war.
Sünteltrail 2018… Klar!

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