3. FDZU- Fischland-Darß-Zingst-Ultramarathon

Es ging mal wieder nach Mecklenburg und wieder zum Darß. Hier lief ich schon zweimal den Marathon auf dem Darß, diesmal ging es um den Bodden herum.

Ich mag die Landschaft hier und der erste Lauf ist mir zu spät aufgefallen, beim zweiten war ich schon für Delmenhorst angemeldet, also habe ich die Veranstalter über Facebook kontaktiert, dass sie mir bitte Bescheid geben, wann der Termin ist und ich mir erstmal den Juni frei halten werde.

Der Termin fiel wieder aufs Delmenhorst-Wochenende, aber mein Entschluss stand fest. Ich laufe die 24h in Basel und nicht in Delmenhorst, somit kann ich dann zum Darß fahren.

Die Anfahrt verlief für einen Freitag recht gut. Ich war ne Stunde vorm Briefing im Stadion… Kurz mit Ingo geschnackt und dann folgte das Briefing draußen auf der Wiese.
Ich bereitete mein Auto für die Nacht vor und ging früh ins Bett. Start war ja um 4:00Uhr morgens. Mit bisschen was Essen usw. ging der Wecker gegen 2:45Uhr.

Es war noch dunkel, aber die Sonne ging langsam auf. Die Läufer sammelten sich und dann ging es auch schon los. Meine Uhr hatte Probleme die Strecke zu laden. Erst 5min nach Start war sie soweit.
Ich wollte gern vorne mitlaufen, immerhin sollten die ersten 3 anstatt Pokale Medaillen aus Bernstein bekommen.
Vorne liefen 4 Leute noch zügiger als ich (5:30 Pace) los. Mein Gedanke war, wenn die das halten ist mir das zu schnell und wenn nicht sammel ich sie später wieder ein. 115km ist die Strecke lang.

Zwischen den Feldern und dem Bodden zur Seite, der Sonne entgegen war es toll zu laufen.

Ich war schnell allein unterwegs, aber das störte mich nicht. Nach 10km kam der erste VP. Hier nahm ich nur Wasser und etwas Obst. Der Veranstalter, rüstete jeden Läufer mit einem Faltbecher aus, super Sache und nicht wirklich umständlich. So spart man sich die Plastikbecher.
Es ging weiter und in einem kleinen Dorf, war eine unbemannte Wasserstadion, völlig ausreichend.
Ich hatte die Strecke ja auf der Uhr, aber sie war auch gut makiert und ich hätte mich auch ohne den Track wahrscheinlich nicht verhaspelt… Immer wenn ich mir unsicher war und auf die Uhr schaute, kam auch schon ein Pfeil.

Das Stück bis Barth war einfach toll. Es ging durch einen Wald und die Luft war kühl und klar. Die Strecke war ein Radweg oder etwas Straße mit nahezu keinem Verkehr.

In Barth lief man jetzt eine Schleife von 10km, hier war niemand unterwegs und der Weg wechselte zwischen, Aspahalt, Panzerplatten und Gelände.
Ich füllte bei 30km meine kleine Flasche mit Wasser und einem Gel, das funktionierte beim Spartathlon schon recht gut und ich fragte an den VPs wie weit es zum nächsten ist, damit ich mir mein Gelgemisch einteilen konnte.

Wieder in Barth bei Kilometer 40 holte ich einen der Läufer ein und war somit Vierter. Der nächste VP sollte in 5km kommen, also nur kurz eine Melone gegessen und weiter. Jetzt lief man Richtung Darß, den Radweg kannte ich von einer Fahrradtour vor ein paar Jahren. Kurz vor der Brücke der nächste VP und wieder Gel vorbereitet.
Inzwischen war der Marathon voll (3:51std), es lief wie geplant, ich wollte solange es kühl ist, etwas schneller laufen.
Um Zingst rum war es ziemlich hart. Immer auf dem Deich lang, langegezogene Kurven und schön in der Sonne. Ich wässerte meine Armlinge und den Kopf. Zum Gel trinken bin ich immer mal wieder gegangen.
Bei 55km ging es durch ein Wald mit schlechtem Weg und meine Motivation war auch plötzlich weg.

Musik auf die Ohren, bisschen gehen und irgendwann war man auf dem Deich an der Ostsee. Dieser sollte jetzt 10km fast gerade aus, nach Prerow führen.
Der nächste VP kam, kurzer Schnack und wieder Gel mixen. Ein Run and Bike Team holte mich ein und sprach mir gut zu. Direkt vor mir wechselten sie, dass hätte ich da auch gern gemacht.
Der Abstand zum nächsten VP war sehr kurz. Dieser war an der Seebrücke Zingst und ich hatte mit einem Größeren gerechnet. Es gab nur Cola und Schmalzstullen (die waren aber super), ich hätte mich für die lange Strecke bis Prerow aber gern nochmal mit Wasser übergossen, also kurz bei der Gaststääte auf der linken Seite gefragt und ich konnte kaltes Wasser in der Spülküche nehmen.

Jetzt kommt das lange Stück und viele Leute waren mit dem Rad unterwegs und schauten einen verdutzt an.
Immer gerade aus nach Prerow, nur nicht zu weit nach vorne schauen… Am Ortseingang von Preorw gabs wieder eine unbemannte Station mit Wasser, einige Urlauber fragten was wir hier machen und schauten etwas verdutzt. (Solche Stationen sind zwischendurch vollkommen ausreichend)
Etwas durch den Wald von Prerow (leider nicht der schöne mit den Bäumen im Wasser) und es ging entgegengesetz der Marathon Strecke nach Wieck.

Hier merkte ich, dass mein Wasservorrat recht knapp war.
Aber auch dieser Radweg war gut zu laufen und es war heute nicht zu warm.

In Wieck ordentlich und ausgiebig versorgt und mal gefragt wo die anderen sind. Der Sieger war schon bei Kilometer 100 und die anderen Beiden, ca 30min vor mir. Ich hatte gerade den zweiten Marathon in unter 8Std beendet. Auf 30km 30min aufzuholen ist eigentlich fast unmöglich, also nahm ich etwas Tempo raus und lief weiter nach Born, immer noch auf der Marathonstrecke. Ich erfuhr, dass es nach Born erstmal lange kein VP gibt und man läuft ja wieder über die freie Fläche am Bodden lang. Also nahm ich in Born eine Trinkflasche mit. und machte mich auf dem Weg. Beim Trinken gehend wurde ich noch ein paar Mal auf den Lauf angesprochen. Kurz bevor es in die pralle Sone geht, geht es über einen Zeltplatz. Diesen nutzte ich nochmal um auf Toilette zu gehen, denn jetzt kommt lange keine Möglichkeit.

Das Stück zieht sich ewig und in Altenhagen, war dann auch noch kein VP, also erstmal weiter. Bis zur Steilküste war es immer noch die Marathon Strecke, nur dass man jetzt nach links abbogen und der Marathon von rechts kommt.
Bei der Gaststätte Moby Dick angekommen, gab es die beste Verpflegung des Laufs, kalte Handtücher und Obst und Getränke mit Eis gekühlt. Also reichlich verpflegt und gekühlt und runter zum Strand. Jetzt kommen 6,5km Strandlauf.

Ich wusste, dass dieses Stück kommt und habe es unterschätzt. Wo läuft man am besten? Der Sand war zu weich, also an der Wasserkante, mit der Gefahr nasse Füsse zu bekommen, was ich auch 3-4x hatte. Die Kante war mit unter aber ziemlcih schräg, was auf den Knöchel ging und die Wellenbrecher mussten auch überwunden werden.
Hier habe ich ordentlich gelitten und Zeit verloren. Irgendwann war das aber vorbei und man kommt zu einem Hotel und dem nächsten VP.

Zeit war mir jetzt ziemlich egal, ich war ordentlich platt und es waren noch knapp 15km zu laufen. Ich verpflegte mich, bekamm ein Mikrofasertuch, welches ich nass machte und als Kopftuch unter der Mütze trug.
Jetzt läuft man durch ein Ort und dann ziemlich allein erst auf Sandwegen, dann ein Stück Radweg an der Straße entlang in den nächsten Ort und weiter zu einer Wasserskianlage. Hier war der nächste und letzte VP. Nochmal gestärkt und weiter zurück nach Ribnitz-Damgarten.
Ich konnte immer wieder anlaufen, bin aber auch einige Stücke gegangen. in Ribnitz lief ich dann fast nur noch. Die führende Frau holte mich nach einem Toilettenstopp ein und ich lies sie ziehen, damit sie ihren Zieleinlauf für sich hatte.
In Ribnitz durchs Rostocker Tor und zum Marktplatz, wo aufgrund des Senioren Sportfestes, viele Leute waren…
Ich beendete als Vierter den Lauf in 11:55Std, angepeilt war unter 11 zu bleiben. Ich habe den Strand und die Verteilung der Vps etwas unterschätzt. 115km mit 17Vps war rechnerisch alle 7km einer, dafür hätte die kleine Flasche gereicht, da es aber mitunter 10km Abschnitte in Hitze gab, hätte eine weitere größere Flasche Sinn gemacht. Ich habe mein Shirt vom Spartathlon, mit den vielen Taschen angezogen, um bewusst keinen Rucksack mitnehmen zu müssen

Es ist ein toller Ultra und die Landschaft ist super schön. Ich werde sicherlich wieder kommen, dann eher entspannt mit Freunden laufen oder sogar als Run and Bike Team.
Die Veranstalter geben sich viel mühe. Die Leute an den VPs sind sehr nett und jeder stellt den Posten indivduell zusammen, so gab es auch mal Vita Cola, aber auch mal keine Cola. Das ist aber Jammern auf hohem Niveau…

Mecklenburg-Vorpommern ist einfach das schönste Bundesland der Welt und immer eine Reise, gerade zu solchen Läufen, wert.

Bilder: Ingo Schumacher

2 Kommentare

  1. Super Leistung! Mein allergrößter Respekt. Bin selbst erst vor ein paar Tagen im Urlaub zufällig einen kleinen Teil der Strecke gelaufen. Eine tolle Gegend.

  2. Hallo Toni,
    sehr schön zusammengefasst.
    MVP ist grandios, der FDZU eine tolle Strecke.
    Das Team gibt wirklich alles,großen Respekt.

    Herzlichen Glückwunsch nochmal für dein Ergebnis.
    Gruß aus Barth
    Silvio

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