Münster Marathon… mit den richtigen Schuhen geht so einiges!


Leute die mich noch nicht so lange kennen, werden jetzt an irgendwelche Wunderschuhe von Nike und Co. denken, bei der Überschrift. Die Anderen haben schon ein leichtes Grinsen im Gesicht!

Ich war schon mal beim Münster Marathon und es lief nicht wie erhofft.
Jetzt wohne ich in der Nähe von Münster und somit wird dieser Marathon regelmäßig besucht.

Abholen der Unterlagen ein Tag vorher mit anschließendem Abendessen mit Freunden und ganz entspannter Anreise am Morgen, ist halt schon angenehm… Man sollte nur Bargeld für den Parkplatz, neben der Startaufstellung, mitnehmen. Ich hatte nur die Karte mit und parkte in den Seitenstraßen.

Wieder viele Leute getroffen… Mark hatte ein Extrapaar Schuhe dabei… und zum ersten Mal auch ein paar Botschafter des Hannover Marathons, dann die Toilette aufgesucht und in die Startaufstellung einsortiert. Konnte aber gar nicht dahin wo ich wollte. Auf meiner Nummer war ein anderer Block angegeben, als die 3:00 und 3:15 Pacemaker standen und ein Ordner hielt mich zurück. ich diskutierte nicht. Er macht nur seinen Job, also habe ich mich auf der anderen Seite des Blocks nach vorne „gemogelt“ und jetzt auch erst Marcus gefunden.

Ich wollte mit Marcus vom SVA Salzbergen laufen, sein Ziel war unter 3:10 Richtung 3:05 zu laufen. Ich sehe mich momentan nicht auf dem Niveau, vor allem nach der Müritz und dem Burgwald fühlte ich mich in dieser Einschätzung bestätigt.
Er fragte mich im August in Spelle. Ich wollte ihn begleiten und irgendwo in Roxel, dann langsamer machen.
Der eigentliche Plan war es mit Sascha, irgendwas um die 3:45 zu laufen. Leider hatte er eine hartnäckige Verletzung und hat seinen Startplatz abgegeben. Nächstes Jahr stehe ich ihm gern zur Seite!

Am Anfang läuft man durch Münster, mit einigen Kurven und wechselnden Bodenbelägen. Das Kopfsteinpflaster und die harten Schuhe waren keine angenehme Kombination. Das hat aber schnell ein Ende und bei Kilometer 10 ist Staffelwechsel und dieser ist ziemlich nah am Start/Ziel und somit waren viele Zuschauer da, die uns anfeuerten.

Das Wetter war perfekt, kühl, kaum Sonne, kaum Wind.

Jetzt läuft man auf der Straße aus der Stadt raus und wir harmonierten recht gut. 1-2 Läufer im Schlepp. Tempo war recht hoch, aber ich konnte es noch mitgehen. Beim Münster Marathon gibt es einen angenehmen Wechsel zwischen Ortschaft und Landschaft. So lief man jetzt am Aasee entlang raus aus der Stadt .
Ich müsste eigentlich gleich mal Wasser lassen, aber die Lücke zuzulaufen wird hart. Marcus meinte aber er müsse, somit sind wir beide kurz vor der Autobahnbrücke ausgeschert und dann weiter.
Wir überquerten die Halbmarathonmarke in 1:32:40, also voll im Soll. Jetzt geht’s an den Staffeln vorbei in den nächsten Ort. Hier war ordentlich Stimmung und es ging leicht bergab, so dass man gut rollen lassen konnte. An der Strecke stand ein kleines Mädchen im Kroatientrikot und ich war geneigt umzudrehen, um zu schauen ob es nicht meine Nichte ist (war sie aber nicht)
Raus aus dem Ort ging es Richtung Roxel auf einem Radweg, leicht welliges Profil und hier allein zu laufen ist sicherlich zäh für den Kopf, war es ja damals für mich auch. Wir waren ja zu zweit… Ich nahm ein Gel, was ich auf der Messe zum Testen gekauft habe und hätte mich fast übergeben müssen. Fieser Geschmack und Konsistenz…. Man testet keine Sachen im Wettkampf! Es war ja aber nur als langer Tempolauf gedacht. Ich konnte aber reichlich nach trinken und so ging es weiter. Ich merkte die Anstrengung langsam, aber Marcus nahm etwas raus. Er hat Probleme mit dem Fuß bekommen, wahrscheinlich die falschen Schuhe….

In Roxel waren wir kurz vor 5:00 als Pace, dass hätte immer noch für knapp unter 3:10 gereicht. Er schickte mich aber weg… „Lauf dein Tempo!“

Also zog ich wieder an. Hochgerechnet wäre ich bei 3:07… Irgendwo da ist die neue Bestzeit aus Hannover. ich lief jetzt also allein und sammelte Läufer ein. Ich achtete drauf, dass die Pace weiterhin hoch bleibt. Die Stimmung in Roxel war wieder toll. Jetzt den langen Anstieg über die Autobahn und in den nächsten Ort. Hier wurde man von einem DJ mit Namen begrüßt und es lief einfach. Das Tempo machte Spaß. Kilometer 37 scharfe links Kurve und ein Blick zur Bank wo ich damals gewartet habe.
Heute passte alles und ich lief weiter mein Tempo.
Es geht wieder nach Münster rein und hier jetzt viel bergab, was es für das Tempo einfacher machte. Vorbei an einigen Kindern und der Afrikameile. Ich war recht allein, hinter mir 2 Läufer und weiter vorne einer. Man läuft an den Absperrung von Kilometer 10 vom Anfang vorbei, wo viele Leute standen und nur mir zu jubelten… War ja kein anderer da! Das pushte nochmal richtig. ich hielt mich auch nah an der Bande auf, um das zu genießen. Ein Kilometer noch und die Zeit war super. Deutlich unter 3:07, vielleicht sogar noch unter 3:06? Also weiter Vollgas durch die Straßen.
Als ich auf den Markt einbog, wieder auf Kopfsteinpflaster, kündigte mich der Sprecher an: „Toni Hecker Ultra Sport Club Marburg. Letztes Jahr lief er noch 246km durch Griechenland!“
ich wusste gar nicht, dass ich das angegeben habe.
Ich musste grinsen. ich überholte noch den Läufer, der vor mir war und überquerte die Linie in 3:06:08. (Hier liegt wieder der rote Teppich, was optisch toll ist, aber man sieht das Pflaster nicht und das macht es für die Füße wieder etwas schwerer.) Wieder neue Bestzeit, wieder nicht vorgehabt und wieder sehr zufrieden. Es bewahrheitet sich immer mehr: „Du bist immer dann am Besten, wenn es dir eigentlich egal ist!“

Ich holte mir was zu trinken, wartet auf Henning, der als Pacer für 3:45 unterwegs war und ging mit meinem Finishershirt zum Auto. In Münster gibt es das Shirt ja direkt im Ziel, was mir sehr gut gefällt, wenn man das Wort Finisher draufschreibt.

Nächstes Jahr bin ich wieder dabei, mal schauen was ich mache.

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