9. Thüringen Ultra als 2er Staffel

Vor einigen Monaten schon fragte mich Gerd ob ich dies Jahr mit ihm den Thüringen Ultra als 2er Staffel laufen würde. Er war bei jeder Auflage dabei. 55km durch den Thüringer Wald sollten es werden… Warum nicht?!
Also meldete er uns an.

Der Lauf fand am Samstag den 04.07. statt, Donnerstag machte ich mich auf nach Havelberg zu Gerd, um dann Freitag früh nach Thüringen zu fahren, um genauer zu sein nach Fröttstädt. Wir waren nach einem Abstecher in Gotha gegen 13:00 auf dem „Zeltplatz“ bei Start und Ziel. Wir gehörten zu den ersten und sicherten uns gleich einen guten Platz am Rand des Platzes und nah am Zielkanal.

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Kurz nach uns traf Esther ein, die extra aus Mannheim anreiste um uns während des Laufes zu betreuen und den aktuellen Nichtläufer zu einige Verpflegungspunkten zu fahren, um den Läufer anzufeuern. Danke dafür.
Elmar traf kurze Zeit später mit Frau und Pool ein, so dass wir eine nette Runde waren und dank Elmar hatten wir die Möglichkeit, Füße und Getränke zu kühlen 😉
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Fröttstädt hat 420 Einwohner, Läufer und Radbegleiter dürften die Einwohnerzahl an dem Wochenende verdoppelt haben. Die Organisation ist sehr liebevoll und es ist für alles gesorgt. Das ganze Dorf, bzw. die ganze Region hilft mit.

Abends gab’s dann Nudeln, die NICHT verkocht waren und die Bolognese war sehr lecker. Am Rande wurde noch gegrillt, natürlich Thüringer Rostbratwürste. Ich habe in Gotha schon 2 gegessen, aber wann kommt man als Bremer mal wieder in den Genuss. Am Ende des Wochenendes sollten es 5 Würste sein.
Gegen 22Uhr ging es ins Zelt und ich habe schnell und gut geschlafen. In der Nacht war es recht kühl, so dass ich in den Schlafsack geschlüpft bin. Um 3:00 war die Nacht auch schon vorbei, die Einzelläufer machten sich langsam bereit, ihr Start war um 4:00, die Staffeln starteten eine Stunde später. Es war wirklich recht frisch, so das ich mir eine dünne lange Jacke überzog und diese am Start Esther in die Hand drückte. Es gab frisch geschmierte Brötchen und dann ging es auch für mich Richtung Start. Schnell noch ein Foto mit Petra und Billy (streakrunner) und dann ging es auch schon los. Noch war es recht kühl, aber im Vergleich zu den Einzelläufern war es schon hell.

Wir liefen durch Fröttstädt und dann auf den Inselberg zu. Die  ersten 5km ging es auf Teer und ich lief für mich. Ich versuchte nicht zu schnell anzugehen, aber die Pace pendelte sich auf 5:05-5:10 ein. Es ging dann weiter auf Schotter und rein in den Wald, im Grunde lief man immer auf Forst-,Rad- und Wanderwegen, ab und zu auf Teer oder kreuzte Straßen.
Die ersten Kilometer sind nicht wirklich anspruchsvoll, im Vergleich zu dem was noch kommen wird. Es ging einmal den Berg hoch und dann lange bergab, wo man gut rollen lassen konnte. Ich entschuldige mich mal hier für die „Verschmutzung“ der Landschaft, irgendwo da habe ich eins meiner Gels verloren. Wir liefen plötzlich auf einen steilen Anstieg zu, aber durften links daneben lang laufen. Bei Kilometer 10 war der erste Verpflegungspunkt, es gibt wie bei Ultras typisch fast alles, nur Gummitierchen habe ich vermisst, ich esse aber eh fast alles.
An den Verpflegungspunkten blieb ich immer stehen, nahm was zu trinken und zu essen und meist noch was essbares in die Hand mit auf den Weg.

Es ging jetzt in die Berge und bei einem Singletrail bin ich das erste mal gewandert, die Radbegleiter, von denen viele auf der Strecke waren, taten mir hier das erste Mal und nicht das letzte mal sehr leid, denn die Strecke ist schon zu Fuß nicht einfach.
Kurz über Felder und man erreichte VP2 bei km16, hier nahm ich ein Gel aß und lief weiter. Ich überholte jetzt schon die ersten Einzelläufer. Die Anstiege wurden steiler und länger. bei ca. km19 bin ich fast den kompletten Kilometer gegangen. Ich habe aber ein zügigen Marsch und bin selbst so noch an Leuten vorbei gezogen. Bergab ließ ich wieder rollen, aber die Einheimischen zeigten mir, dass das noch schneller geht.
Es kam der nächste VP, nach einem schönen Bergabstück, hier waren jetzt viele Einzelläufer, nach einer scharfen Wende ging es gleich wieder berghoch, wo ich natürlich wieder ging.
Der Vorteil der ersten 55km ist, dass man quasi die ganze Zeit im Wald ist und ich die Sonnenbrille fast nie aufgesetzt hab. Somit waren die Temperatur sehr erträglich, ein leichter Wind ging.
Die Landschaft ist sehr schön und an manchen Stellen öffnete sich der Wald. Man konnte dann in Täler oder auf kleine Orte schauen. Ich lauf hier nochmal mit Kamera lang.

Die Anwohner unterstützen den Lauf sehr gut, knapp 2km nach dem letzten VP kam plötzlich wieder einer, der musste privat organisiert sein, andere Getränke und keine Vorankündigung. Ich nahm dankend 2Becher Apfelschorle.

Jetzt war es nicht mehr weit bis zum ersten Wechselpunkt, hier wechseln die 4er Staffeln. Ich kam ein langes Bergabstück runter und Gerd feuerte mich an, wir waren auf Platz3 der 2erStaffeln. Kurz versorgt und ab jetzt auch mit Wasser über Nacken gekühlt ging es weiter. Laut Gerd die leichtere Hälfte… Eher nicht!

Es ging steil bergab durch eine Waschrinne, in der das Laufen fast unmöglich war und Radfahren erst recht. Sie war voll mit Rindenmulch und Ästen, ein sicheres Auftreten war fast unmöglich. Jetzt  kamen oft lange bergauf Stücke, die ich ging. Zwischen durch auch mal steile Anstiege, die frischen Läufer der 4er Staffeln überholten mich. Bergab und geradeaus lief ich. Ich stellte die Uhr auf Streckenlänge und Uhrzeit um, denn auf Pace musste ich nicht mehr achten. Ich lief, einfach das was ging und was sich gut anfühlte…
Esther und Gerd begegneten mir nochmal vor einem wellig Feld, was schön in der prallen Sonne lag, hier konnte man die Temperaturen die angekündigt waren so langsam spüren.
Unterwegs ab und zu mit ein paar Läufern unterhalten. Traue keinem Thüringer… „Ab jetzt geht’s nur noch bergab.“ oder „Letzter Anstieg“
Jedes mal stand ich danach vor einem steilen bergauf Stück.
Irgendwann wurde ich von einer 2er Staffel überholt und somit waren wir 4ter, dass war auch gut so. Mir ist die Platzierung nicht so wichtig und Gerd sollte den Lauf ja locker angehen. Bei km27 meinte er schon: „Wie soll ich das nur halten?“

Ich schonte meine Kräfte, immerhin sollten die letzten 5km bergab auf einer alten, jetzt geteerten Bahnstrecke gehen.
Auf diesem Stück angekommen ließ ich es rollen und verbrannte wirklich alle Kräfte, denn nach dem Wechsel ist ja das Rennen beendet. Es lief sich sehr gut und die Pace war wieder im 5:00 und tiefer Bereich.
Ich kam in den Wechselbereich, sah Esther aber keinen Gerd. Er war noch am fertig machen. Ich drückte ihm den Zeitnahmechip in die Hand und legte mich auf den Rasen im Schatten.

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Jetzt war ich der Begleiter und traf Gerd an mehreren Stellen und das was ich vom zweiten Teil sah, zeigte mir dass ich froh sein konnte auf Teil1 unterwegs zu sein. Elmar konnte ich jetzt auch mehrmals anfeuern.

Nach dem wir Gerd bei km86 auf die Reise schickten, sind wir zurück ins Lager gefahren.

Elmar kam ins Ziel und wir erwarteten Gerd 45min später, also machten Esther (sie musste ja noch streaken) und ich uns auf den Weg ihn bei Kilometer 99 einzusammeln. Er kam fast 30min früher an.
11705152_820151004750432_7411430586367256158_nWir liefen zusammen und überquerten die Ziellinie, da ihn doch noch einige Staffeln überholten hatten, machten wir uns wenig Gedanken über Podest und Platzierungen, so dass ich bei der Siegerehrung duschen war. Wir wurden am Ende dritter der Männerstaffeln. Die ganzen Überholer waren Mixstaffeln. Es gab dann für uns eine extra Ehrung mit Pokal und Sekt.

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Landschaftlich ein sehr schöner Lauf und organisiert und betreut wurden wir super. Ich komme wahrscheinlich nächstes Jahr zum 10jährigen Jubiläum wieder… da werden dann auch 100Meilen angeboten. Die letzten 90km gleich dem 100km-Lauf.

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2 Kommentare

  1. Danke für Bericht und Bilder! Da habt Ihr ganz schön was gerissen!
    Herzlichen Glückwunsch und gute Erholung!

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